Landeskup- und Danprüfung

Zum Danvorbereitungslehrgang, der Mitte September in Meiningen durchgeführt wurde, war man noch sehr zuversichtlich, was die Landeskup- und Danprüfung anging. Zum einen war die Teilnehmerzahl recht groß und zum anderen schien die Pandemie am Abklingen zu sein. Doch alle hatten sich getäuscht, denn es wurde wieder schlimmer und die Inzidenzen stiegen in bis dahin nicht gekannte Höhen. Galt zunächst noch die 3G Regel, wurde dann auf die 2G und gegen Ende November auf die 2G+ Regel für den organisierten Sport nachgeschärft. Zu allem Pech kam dann noch dazu, dass der Ausrichter, das KSZU Meiningen, die Durchführung pandemiebedingt absagen musste. Nun war guter Rat teuer. Also hat sich der Prüfungsreferent mit dem Präsidenten kurzgeschlossen und im Ergebnis wurde an der Durchführung festgehalten, um den Sportler*innen, die bereits angemeldet waren, nicht noch eine Verschiebung (es wäre die dritte) zuzumuten. Als Ausrichter stellte sich der Heimatverein des Präsidenten, der TuS Osterburg 90 Weida zur Verfügung. So konnte die Prüfung wie geplant am 04. Dezember stattfinden. Leider führten neben Quarantäneanordnungen auch Verletzungen im Vorfeld zur Dezimierung der Zahl an Teilnehmenden.

Stev erhält die Ehrenplakette

Letztendlich blieben 5 Sportler*innen übrig, die sich den Anforderungen einer solchen Prüfung stellen wollten. Dass dennoch ein paar mehr Sportler*innen in der Weidaer Kammererturnhalle eingetroffen waren, lag an dem Umstand, dass die Verantwortlichen der TUT bereits zum Vorbereitungslehrgang darum gebeten hatten, dass jede*r Teilnehmende seine eigenen Prüfungspartner*innen mitbringt. Dies ist zwar unüblich, jedoch sollte damit vermeiden werden, das eine „Durchmischung“ aus den unterschiedlichen Vereinen stattfindet.

Dorian beim Formenlauf

Doch nun zum sportlichen Teil. Pünktlich 9.30 Uhr eröffnete der Präsident der TUT, René Richter die Veranstaltung und nahm gleich zu Beginn eine Ehrung vor. Stev Brauner erhielt für seine jahrzehntelange Tätigkeit in verschiedenen Ämtern auf Landes- und Bundesebene die Johann Christoph Friedrich GutsMuths-Ehrenplakette des LSB Thüringen in Silber. Der Prüfungsreferent Frank Huss gab kurz noch einige Hinweise zum Ablauf und stellte die Prüfungskommission vor. Diese bestand aus Sebastian Winter, Stev Brauner und René Richter. Nachdem auch die Prüfer die Aspiranten begrüßt hatten konnte es losgehen.

Emily beim Schrittkampf

Wie mittlerweile üblich, durften die Teilnehmenden bei den 10 Technikkombinationen ihr Können beweisen. In Blockformation und mit den Kommandos des Prüfungsreferenten waren Hand- und Fußtechniken sowie Dreh- und Doppelkicks zu zeigen. Die Leistungen reichten von Anspruch knapp verfehlt bis weit über die Norm, getreu dem Motto, wo Licht ist, muss auch Schatten sein. Durch die 10 Kombinationen schon so richtig „warmgelaufen“, konnten die Prüflinge nun im Anschluss ihre entsprechende Prüfungsform präsentieren. Die Differenzen in den Leistungen waren hier nicht mehr so gravierend. Keine*r der Teilnehmenden musste die Form wiederholen, was für Selbstvertrauen bei dem sich nun anschließenden Schritt-Kampf sorgte. Denn dies ist schon notwendig, wenn Hand- und Fußtechniken mit geringstmöglichem Abstand zum/zur Partner*in und mit guter Geschwindigkeit ausgeführt werden sollen. Nach Meinung der Prüfer gelang das im traditionellen Bereich Emily Buchholz am besten. Für Abwechslung in dieser Disziplin sorgte Alexander Barz, da er den Prüfern eine wettkampforientierte Version darbot, die sehr überzeugend war.

Schrittkampf – Benjamin

Schrittkampf – Kevin

Der nun anschließende Prüfungsbestandteil Freikampf ist zumeist für den/die „Breitensportler*in“ nicht unbedingt die Paradedisziplin. Um aber auch hier das bestmögliche herauszuholen, waren 2 Aufgabenstellungen zu meistern. Zuerst erfolgte ein freies Sparring, bei dem die Prüflinge zeigen konnten, was im direkten Kampf ihre Möglichkeiten bezüglich Techniken und Kampftaktik sind. Danach gab es jeweils eine Aufgabenstellung, die zum einen richtig ausgeführt und zum anderen richtig erkannt werden musste. Zusätzliche Schwierigkeit dabei, die Aufgabenstellung wurde von einem Prüfer erteilt und die beiden anderen Prüfer mussten natürlich ebenso erkennen können, welche Aufgabe gestellt wurde. In diesem Bereich gab es keine gravierenden Mängel, allerdings konnte sich Alexander als Wettkämpfer erwartungsgemäß von den anderen abheben.

Wettkampforientierter Schrittkampf – Alexander

Gespannt waren vor allem die Prüfer auf die nun folgende Selbstverteidigung. Dieser Teil der Prüfung bekommt erfahrungsgemäß meist eine schlechtere Bewertung als die restlichen Prüfungsbestandteile. Das liegt ganz einfach daran, dass die Prüfungsordnung hier teilweise Techniken erwartet, die nicht regelmäßiger Bestandteil des Taekwondo-Training sind. Häufig wird diese „Prüfungs-Selbstverteidigung“ auch nur in Vorbereitung auf eine Prüfung trainiert und somit fehlt dann schlicht die Routine bei den gezeigten Techniken. Dennoch bekamen die Prüfer respektable Leistungen zu sehen. Das es durchaus von Vorteil sein kann, wenn der bzw. die Angreifer*in mit Schutzausrüstung wie z.B. Tiefschutz, Mundschutz und Kampfweste agiert, bewies Emily zusammen mit ihrem Prüfungspartner. Durch den Schutz sinkt natürlich die Hemmschwelle den Verteidigenden und die Abwehrtechniken werden dann auch „durchgezogen“.

Bruchtest – Alexander

Sprungbruchtest – Dorian

Schlussendlich waren noch die Bruchtests zu absolvieren. Leider spielten die Bretter nicht so mit, wie sie sollten und brachen teilweise nicht. Das lag zum einen an der Aufregung sowie dem Respekt vor dieser Prüfungsdisziplin und zum anderen war der Aufbau bzw. die Anzahl der Bretthalter nicht optimal gewählt.

Nach ausführlicher Beratung der Prüfungskommission bat der Prüfungsreferent um Aufstellung. Die spannende Frage, hatte es bei allen zum Bestehen gereicht, sollte nun beantwortet werden. Nach einer kurzen Auswertung der Prüfung durch jeden der Prüfer wurden die Ergebnisse verkündet. Alle Prüflinge konnten die angestrebte Graduierung erreichen, wobei die Palette von denkbar knapp bis hervorragend reichte. Die beste Prüfungsleistung erbrachte Alexander Barz.

René Richter – Präsident

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch zu folgenden Graduierungen:

Prüflinge und Prüfungskommission sowie Landesprüfungsreferent

Kevin Kaufmann – 1. Kup

Emily Buchholz – 1, Dan

Benjamin Grimm – 1. Dan

Dorian Ammer – 2. Dan

Alexander Barz – 2. Dan

Alle Prüfungsteilnehmer*innen