Weiterbildung für Jugendleiter und…

Weiterbildung für Jugendleiter und ..Bisher allein immer unter dem Titel „Erste Hilfe Ausbildung“ bekannt, stimmte diese Bezeichnung für die diesjährige Weiterbildungs-veranstaltung (nicht nur aus fördertechnischen Gründen) so nicht mehr ganz. Zentraler Aspekt war zwar nach wie vor die Erste Hilfe Ausbildung, diesmal jedoch begleitet von einer teilweise parallel stattfindenden Trainer- und Jugendleiter Weiterbildung zum Thema Kinderschutz (BKiSchG), Kindeswohlgefährdung (§8a SGBVIII) und Führungszeugnispflicht (§72a SGBVIII). Daher war die Weiterbildung auch nicht nur für Jugendleiter von Bedeutung sondern für alle die im Sport (und natürlich auch darüber hinaus) mit Kindern und Jugend-lichen regelmäßig arbeiten, hier vor allem die Übungsleiter/Trainer und Vereinsvorstände.

Für letztere waren insbesondere die Ausführungen zur neuen Verpflichtung zum erweiterten Führungszeugnis interessant. Gab es in den letzten zwei Jahren noch eine Grauzone (Stichwort „Ehrenkodex“ des DOSB) und damit nicht zwingende Verpflichtung für allen Ehrenamtlichen, so hat sich das mittlerweile grundlegend geändert. Die Regelung gilt nun ausnahmslos für alle Personen die einen regelmäßigen Umgang mit Kindern haben und betrifft damit also alle Kinder- und Jugendtrainer, Freizeitbetreuer, Jugendleiter etc. Die Vereine sind verpflichtet von diesen Personen das Führungszeugnis zu verlangen und einzusehen. Ehrenamtliche können mit einem gesonderten Vordruck und Bestätigung des Vereins, dieses erweiterte Führungszeugnis bei ihrer Meldestelle kostenfrei beantragen. 

Besonders thematisiert wurde vor diesem Hintergrund der neue Handlungsleitfaden: „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ der Deutschen Sportjugend, an welchem auch die Deutsche Taekwondo Jugend mitgewirkt hat und welcher über diese bezogen werden kann. Hier ist alles zu den oben genannten Themenbereichen nochmal aktuell und griffig aufbereitet, inklusive Handlungsempfehlungen und Vordrucken. Empfehlenswert für die Jugendleitungen und Vereinsvorstände.

Ach für Kampfrichter war diesmal ein besonderer Teil dabei. Abgesehen davon, dass Kampfrichter genauso wie jeder Jugendleiter und Trainer über eine aktuelle Erste Hilfe Qualifikation verfügen sollte, war besonders der Teil über wettkampfspezifische Verletzungen und KO-Situationen. Anhand einiger Videobeispiele und Situationsschilderungen wurde deutlich, dass hier auch den Kampfrichtern besondere Bedeutung in der schnellen und korrekten Lageeinschätzung zukommt. So müssen Mattenleiter gerade in der KO-Situation in Sekundenbruchteilen die richtige Entscheidung treffen. Und gerade wenn es um Verletzungen im Kopf-, Hals- oder Wirbelsäulenbereich geht, ist das nicht immer einfach – dennoch trägt man hier Verantwortung. Nicht immer sind nämlich Arzt und Sanitäter sofort zur Stelle.

Vielen Dank nochmal allen Teilnehmern, welche den Lehrgang mit großem Interesse gefolgt sind. Und natürlich auch allen Referenten, ohne die die Bandbreite an Themen so nicht möglich gewesen wäre. Wie immer unseren beiden Rettungsassistenten Micha Winter und Micha Donath vom DRK-Kreisverband Zeulenroda, welche die Erste Hilfe – Ausbildung / FreshUP gewohnt routiniert und locker gestalteten. Unserer kurzerhand aus Bochum eingeflogenen Notärztin Heike Zorn, welche für die fachliche Begleitung des Wettkampf-/Kampfrichterteils übernahm sowie meiner Kollegin Manuela Völkel vom Kompetenzteam-Nord, welche den Teil zum Kinderschutz/Kindeswohlgefährdung referierte.

Ich denke der Lehrgang wird in der Form eine Fortsetzung finden, letztlich dürfte für jeden etwas dabei gewesen sein und vielleicht auch den einen oder anderen Aha-Effekt erzeugt haben. Selbstverständlich wird die Weiterbildung entsprechend auf die Trainer und Jugendleiterlizenzen angerechnet (näheres beim Lehrreferat).

Bericht / Bilder: Stev Brauner