Von Trainern für Trainer

  Trainer-Training am 17. November 2017

Der Begriff „Training“ soll ja ursprünglich im Englischen für das Herausziehen der Pferde aus dem Stall zur Bewegung gestanden haben. Das Verständnis von Training ist heutzutage selbstverständlich hiervon weit entfernt, sondern fordert die Trainerpersönlichkeit in mehrfacher Hinsicht, will man die vielfältigen methodischen und pädagogischen Gesichtspunkte berücksichtigen. Damit man als Trainer nicht ständig nur vor einer Gruppe steht, sondern auch einmal die Gelegenheit zum Austausch mit „Gleichgesinnten“ erhält, wurde bereits vor einigen Jahren die Idee des „Trainer-Trainings“ geboren.

Nach einem kurzen Dornröschenschlaf wurde es im Jahre 2015 wieder erweckt und sollte mindestens einmal pro Jahr stattfinden – in Rotation jeweils bei einem anderen Thüringer Verein. So trafen sich trotz vollen Terminkalenders im November 2017 diesmal im Jenaer Dojang Thüringer Trainer (und solche, die es werden wollen) aus den Vereinen Gera, Jena, Meiningen, Ronneburg, Sonneberg und Weida.

Wie auch die vorherigen Male wurde die Erwärmung gemeinsam gestaltet. Aus jedem Verein sollte einer der Teilnehmer ein knackiges Spiel vorstellen, was natürlich auch gleich live ausprobiert wurde. Nach ein paar Runden waren alle bereit für den ersten Teil.

Schwerpunkt dieses Trainer-Trainings war der Formenbereich. Zunächst waren aktiv diejenigen an der Reihe, welche bereits in den höheren Formen unterwegs sind. Ihre Aufgabe bestand darin, anderen Teilnehmern eine neue Poomsae beizubringen. Der „Schüler“ in dieser Runde konnte am Ende des Tages eine neu erlernte Form mit nach Hause nehmen – aber auch für den „Lehrer“ dieses Parts bedeutete dies eine Festigung der Techniken und Abläufe, denn viele merkten, dass „Selbst laufen“ und „Anderen vorzeigen“ durchaus ein Unterschied ist.

Anschließend sollten sich zwei Sportler gleicher Graduierung zusammenfinden und sich gegenseitig beim Feinschliff ihrer aktuellen Form helfen. Zuvor wurde unter den kritischen Augen mehrerer Teilnehmer die Poomsae gelaufen, um die „Baustellen“ zu analysieren. Im Anschluss an das Zweier-Training durfte dann jeder nochmals vor die Gruppe, um zu schauen, welche „Baulücken“ zwischenzeitlich geschlossen worden waren.

Nach einer kurzen Pause, in der alle Teilnehmer gemeinsam mit einer mitgebrachten Kleinigkeit für das kulinarische Wohl gesorgt hatten, ging es zum letzten Teil über. Hier wurde sich schwierigeren Taekwondo-Fußtechniken gesprungener oder gedrehter Natur gewidmet. In Gruppen aufgeteilt begaben sich die Trainer ins gemeinsame „Brainstorming“ für Ideen zur Vermittlung oder Verbesserung dieser komplexeren Techniken – natürlich Ausprobieren inklusive. Auch hier konnte jeder Teilnehmer sicher auch für sich wieder einige Anregungen mit nach Hause nehmen.

Mit einem Hi-Five im Kreis verabschiedete man sich bis… nun ja, spätestens hoffentlich zum nächsten Mal. Auch bei Veranstaltung Nummer drei in Folge dürfte das Motto unverändert geblieben sein: Kostenlos, aber sicher nicht umsonst.

 

Text: Andreas Herzog

Bilder: René Richter