U21 Europameisterschaft

Auch wenn sie damit rechnen konnte, hat sich Jasmin Richter über die Nominierung zur U21 Europameisterschaft im schwedischen Helsingborg sehr gefreut. Diese Meisterschaft war für Jasmin, nach der Universiade und der Studenten-Euro, nunmehr die Dritte auf Welt- bzw. Europaebene.

In direkter Vorbereitung absolvierte das deutsche Team einen einwöchigen Vorbereitungslehrgang am Bundesstützpunkt in Nürnberg. Gut vorbereitet und hochmotiviert ging es dann am 2. September nach Schweden. Für das DTU-Team begann die EM gleich mit einer Enttäuschung, denn ein Sportler schaffte sein Gewicht nicht und wurde somit disqualifiziert. Sportlich gesehen lief es dann am ersten Wettkampftag etwas besser. Zwei Sportlerinnen kämpften sich in das Viertelfinale, verpassten jedoch den „Sprung“ auf das Podest.

Am 2. Wettkampftag (Freitag – 6. September) wurde es dann für Jasmin ernst, da die Gewichtsklasse bis 57 kg an dem Tag ausgekämpft wurde. Neben Jasmin ging in der Klasse auch Vanessa Beckstein für das DTU-Team an den Start. Aufgrund ihrer Weltranglistenpunkte wurde Jasmin auf 4 gesetzt, jedoch ergab die Auslosung, dass sie spätestens im Viertelfinale auf Vanessa treffen könnte. Doch dafür mussten beide ihre Vorkämpfe erst einmal gewinnen.

Ihren ersten Kampf durfte Jasmin gegen eine Kämpferin aus Slowenien bestreiten. Natürlich war die Motivation hoch, die Aufregung aber auch. Dies war jedoch nach außen nicht sichtbar. Konzentriert absolvierte Jasmin den Kampf und konnte zunächst hauchdünn in Führung gehen. Diese wurde ihr in der 2. Runde von der Slowenin wieder abgenommen. Doch noch bevor es in die 2. Rundenpause ging gleich Jasmin durch einen Kopftreffer aus. Gleich zu Beginn der letzten Runde trieb Jasmin ihre Gegnerin mit zahlreichen Kicks vor sich her. Beim Aus- bzw. Zurückweichen zog sich die Slowenin scheinbar eine Verletzung zu und musste den Kampf aufgeben. Damit stand Jasmin im Achtelfinale und durfte dort gegen eine Sportlerin aus Frankreich antreten.

Durch den Sieg kam zur Motivation noch ein Stück mehr Selbstvertrauen dazu, was im Kampfverlauf unübersehbar war. Mit schönen Stoppkicks konnte Jasmin gleich 4:0 in Führung gehen, was die nötige Sicherheit gab. Zwar kam die Französin kurzzeitig heran, jedoch legte Jasmin dann nach. In die erste Pause ging es beim Stand von 10:5 Punkten. Auch in der Folge schien fast alles zu gelingen, denn Jasmin erzielte unter anderem 4 Punkte durch Fauststöße! Zwischenzeitlich hatte sie 10 Punkte Vorsprung. In der letzten Runde konnte die Französin einen Drehkick ins Ziel bringen, was sie wieder etwas näher heran brachte. Da diese nun bedingungslos nach vorn gehen musste, konnte Jasmin schön ihre Konter setzen. Mit tollen Kopftreffern sicherte sie sich ihren Vorsprung und gewann den sehenswerten Kampf mit 29:21 Punkten. 

Zum deutschen Aufeinandertreffen im Viertelfinale kam es leider nicht, da die großgewachsene Russin gegen Vanessa gewonnen hatte. Die Aufgabe von Jasmin bestand nun darin, es besser zu machen. Es war unverkennbar, dass beide viel Respekt voreinander hatten. Beide zogen ihr taktisches Konzept durch und gingen kein zu großes Risiko ein. Die Konsequenz, ein 0:0 zur ersten Pause. In Runde 2 wurden beide Kämpferinnen offensiver, die Ausbeute an Punkten hielt sich allerdings in Grenzen. Dennoch konnte Jasmin mit einem hauchdünnen Vorsprung von 3:2 Punkten in die 2. Pause gehen. Nun die entscheidende letzte Runde. Die Russin wurde merklich aggressiver und setzte Jasmin unter Druck, was dafür sorgte, dass die taktische Vorgabe für Jasmin nicht mehr aufging. Ein Verwarnung für und ein leichter Kopftreffer gegen Jasmin brachte die Russin in Führung. Jetzt konnte diese sich auf das Kontern verlegen, da es Jasmin war, die zu punkten hatte. Sie gab alles, kämpfte bis zur letzten Sekunde engagiert, konnte den Rückstand aber leider nicht mehr aufholen.

Dass Jasmin bei ihrer letzten U21 Europameisterschaft eine Medaille knapp verpasste, machte sie kurzzeitig natürlich etwas traurig. Dennoch darf sie stolz auf ihre gezeigte Leistung sein, zumal sie mit dem 5. Platz und 2 gewonnenen Kämpfen mit zu den besten deutschen Sportlern gehörte.

Für das DTU-Team gab es diesmal lediglich eine Bronzemedaille und fünf 5. Plätze. Ein recht ernüchterndes Ergebnis, was es von Seiten des Bundesverbandes zu analysieren gilt. Es sollte aber erwähnt werden, dass diese Bilanz durchaus hätte besser ausfallen können, da einige Viertelfinals denkbar knapp verloren gingen.

Taekwondo Team Weida