Trelleborg Open WTF – G1 Turnier

Zum ersten Mal nahm eine Sportlerin unserer Abteilung an den Trelleborg Open teil. Nach der Umstrukturierung in der Olympiaqualifikation war dies das erste Grand Prix Turnier der WTF im Jahr 2014. Jasmin Richter ging erstmals im Jugendbereich bei einem solch großen internationalen Turnier an den Start. Mittels Auto bis Rostock und dann mit der Fähre über die Ostsee, gelangten wir ins Schwedische Trelleborg. Die Registration und die Waage am Freitag (07.02.) liefen problemlos, so dass wir einen ruhigen, entspannten Abend hatten.

Am Sonnabend hieß es zeitig Aufstehen, da das Turnier bereits 8.00 Uhr losgehen sollte und die Coach-Besprechung sogar auf 7.30 Uhr festgesetzt war. Zu dieser Besprechung gab es Wichtiges zu erfahren, denn dieses Turnier wurde für einige Tests auserkoren. So wurden alle Jugendklassen mit den elektronischen Kopfschützern der Fa. Daedo ausgetragen. Weiterhin gab es eine Neuerung für die Coaches. Diese mussten bei einem Einspruch nicht mehr die Coach-Karte heben, sondern ein „Knöpfchen“ drücken und dann in ein Mikrofon sprechen. Dieses war mit dem Head-Set des Referee am Video-Replay verbunden.Das System ist an sich eine gute Idee, funktionierte aber nicht reibungslos bzw. fehlerfrei.

Doch nun zu Jasmin. Sie wollte im schwedischen Trelleborg beweisen, dass sie auch in dieser Altersklasse auf hohem Niveau mithalten kann. 23 Kämpferinnen aus 13 Nationen wollten um wichtige internationale Ranglistenpunkte kämpfen. Die Kämpfe wurden in 2 Runden a 2 Minuten ausgetragen. Im ersten Kampf (ca. 9.15 Uhr) traf Jasmin auf Danai Xioti (Griechenland). Mit Respekt, aber dennoch zielstrebig begann sie den Kampf und ging mit einer 2:0 Führung in die Pause. In Runde zwei hielt sie das Tempo hoch und erzielte weitere Treffer. Mit einem Sieg von 7:2 Punkten war sie eine Runde weiter und somit im Achtelfinale.

Dort traf sie gegen 14.00 Uhr auf Paula Rouhi (Schweden). Jasmin startete blitzschnell in den Kampf und erzielte auch gleich einen Kopftreffer, der jedoch nicht gewertet wurde, da trotz Freigabe des Kampfes durch den Center-Referee das System noch nicht gestartet wurde. Doch durch diesen Fehler des Kampfgerichts ließ sich Jasmin nicht beirren und führte wiederum einen sehr guten Kampf. Nachdem sie bereits zur Pause in Führung lag, konnte sie weitere Treffer erzielen und ihren Vorsprung gekonnt verteidigen. Trotz der Tatsache, dass einige Kopftreffer nicht gewertet wurden, da die Technik nicht richtig funktionierte, schaffte Jasmin einen tollen Sieg mit 10:8 Punkten und stand jetzt bereits im Viertelfinale. Doch bis dahin war noch sehr viel Zeit, die wir nutzen, um die Kämpfe der Deutschen Senioren, z.B. Levent Tuncat, Sergej Kolb und Sümeyye Manz anzuschauen. Besonders Levent begeisterte durch seinen lockeren und trotzdem drangvollen Kampfstil. Unser Coach nutzte die Gelegenheit, um Gespräche mit den Bundestrainern z.B. Carlos Esteves und Georg Streif zu führen. Gegen 18.30 Uhr wurde es wieder Ernst für Jasmin. Ihr stand nun mit Zehra Dosucukur eine Kämpferin des Türkischen Nationalteams gegenüber.

Jasmin ging etwas zögerlich in die Begegnung und musste in Runde 2 einen Rückstand aufholen. Nachdem sie sich auf 2:5 Punkte heran gekämpft hatte, war sie dem Ausgleich schon sehr nahe, verfehlte aber den Kopf der Gegnerin jeweils denkbar knapp. Da Jasmin bis zur letzten Sekunde alles gab und ständig aktiv war, nutzte die Gegnerin in den Schlusssekunden ihre Chance und landete noch einen Konter. So blieb Jasmin der Schritt in die Medaillenränge leider (noch) verwehrt. Auf den 5. Platz bei einem solch hochklassigen Turnier kann sie dennoch Stolz sein, vor allem vor dem Hintergrund, dass die ebenfalls startende Deutsche Jugendmeisterin bereits in ihrem ersten Kampf ausschied und Jasmin die beste Deutsche Kämpferin in dieser Klasse war.

Die Reise nach Schweden hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir sind voller Zuversicht, was die Deutsche Meisterschaft der Senioren / Kadetten in Gummersbach am 15./16.02. betrifft.

Text und Bilder: C. Richter