TECHNIK.MEETING

Durchbruch beim Videoreplay mit integriertem Scoreboard

Das 4köpfige Thüringer Technikteam trifft sich im Jahr mehrfach um sich für einen Tag „einzuschließen“, um die bestehende Technik weiterzuentwickeln bzw. neue Hardware-/Software-Lösungen zu testen. Diesmal stand neben dem Praxistest für ein einfach steuerbares 4ach-Kamerasystem, erneut die Bild-in-Bild Lösung für ein Videoreplay mit integriertem Scoreboard auf dem Plan.
Ersten Versuche Ende 2016 waren zwar vielversprechend aber nicht praxistauglich. Nun der Durchbruch … der jedoch fast in einem „Abbruch“ geendet hätte. Um was geht es genau? Der Weltverband schreibt für Videoreplay vor, dass zusammen mit dem Kampfbereich auch das Scoreboard anzuzeigen ist – insbesondere dann, wenn nur eine Kamera zum Einsatz kommt („…use one camera , then you must cover all field of play including the score bord“ C.Chelbat/2017). Das ist insbesondere bei allen Aktionen, bei denen Zeit, Punktevergabe oder elektronisches Scoring in direktem Bezug zur Wettkampfsituation analysiert werden müssen, wichtig. Ein Beispiel: Die Frage ob 2 Westenpunkte durch Dwitchagi oder Paldung zustande kamen, mündet in der VR-Entscheidung TechnicalPoint ja/nein. Hier muss die ReviewJury die tatsächliche Aktion (Paldung / Dwitchaggi) zeitgleich mit dem Scoreboard abgleichen. Letztlich stellt sich herraus, der Dwitchaggi wurde durch das System nicht gescored, die 2 Punkte stammen tatsächlich vom Paldung direkt davor – kein Zusatzpunkt. Ist die VR-Technik mit integriertem Scoreboard nicht verfügbar, gibt es hier zwangsläufig Fehlentscheidungen, die für Kämpfer, Coaches wie auch Kampfrichter unbefriedigend sind.
Zum Löwenpokal 2017 in Hildburghausen wird die Technik erstmals als integriertes 3fach-Kamerasystem zum Einsatz kommen.

Beitrag von Taekwondo Referees Thüringen