Slovenia Open

Für zwei unserer Kämpfer ging es zum ersten G-Turnier des Jahres nach Maribor. Es war zugleich auch der erstmalige Besuch in Slowenien. Während Jasmin Richter für das Nationalteam an den Start ging, vertrat ihr Bruder Rico unseren Verein. Unter den mehr als 1000 Kämpfern waren sie die einzigen Sportler aus Thüringen. Trotz dem, in Maribor reichlich vorhandenen Schnee, waren wir pünktlich an der Sporthalle, um die Registratur / Waage zu erledigen.

Jeweils auf 8 Flächen wurden am Samstag die Kämpfe der Kadetten & Senioren ausgetragen, während die Jugend am Sonntag an der Reihe war. In der Klasse von Jasmin, Damen bis 57 kg, waren 29 Sportlerinnen aus 12 Nationen vertreten. Aufgrund der bisher erreichten WT-Ranglistenpunkte war Jasmin auf 8 gesetzt und würde frühestens im Viertelfinale auf eine andere gesetzte Kämpferin treffen. Im Auftaktkampf stand ihr die Griechin Christina Pappa gegenüber. Wie sich im Kampfverlauf herausstellte, kämpfte diese doch recht unfair, jedoch war der Center-Referee scheinbar nicht in der Lage, das ständige Halten und Ziehen zu erkennen und entsprechend zu ahnden. Jasmin ließ sich davon jedoch nicht beirren und führte den Kampf sehr konzentriert und sicher. Nach drei Runden gewann sie entsprechend mit 14:3 Punkten.

Im Achtelfinale hieß die Gegnerin Claudia Bitschnau (Österreich). Da wir die Gegnerin im Vorkampf beobachten konnten, hatte sich Jasmin auf einen nicht so leichten Kampf eingestellt. Doch es kam anders, denn sie konnte den Kampf ganz nach ihrer Taktik führen und immer wieder Treffer platzieren, während Bitschnau in ihren Angriffsbemühungen erfolglos blieb. Nach zwei Runden war dann vorzeitig Schluss, da sich Jasmin einen 20:0 Punktevorsprung erarbeitet hatte.

Im Viertelfinale wartete mit der Polin Patrycja Adamkiewicz (derzeit 10. Platz der Weltrangliste) eine mittlerweile bestens bekannte Sportlerin. Anders als in den bisherigen Kämpfen gegen die Polin, ging Jasmin sehr selbst-bewusst in die Begegnung und beinahe folgerichtig auch mit 2:0 in Führung. Leider kassierte sie 2 unnötige Gamjom (Minuspunkte). Doch Jasmin blieb weiter zielstrebig und ging im Kampfverlauf sogar mit 6:2 in Führung. Die Taktik, die Angriffe der Polin frühzeitig zu stören ging bis dahin auf. In der dritten Runde wurde es dramatisch, denn Adamkiewicz konnte erstmals im Kampfverlauf mit 7:6 in Führung gehen. Doch Jasmin war so konzentriert, dass sie dies zunächst nicht mitbekommen hatte. Erst durch die Zurufe des Coaches erkannte sie die Lage. Doch da konnte die Polin einen weiteren Treffer zum 10:6 platzieren. Doch Jasmin bewies mentale Stärke, da sie die letzten 30 Sekunden den Druck erhöhte. Zunächst ging ein Naeryo-chagi noch knapp am Kopfschutz der Gegnerin vorbei, doch der direkt folgende Kick traf und es stand nur noch 9:10. Die Polin war nun nur noch in der Defensive, konnte den hauchdünnen Vorsprung jedoch retten. Schade für Jasmin, aber kein Grund für Traurigkeit, denn sie ist mit einer super Leistung ausgeschieden und bekommt immerhin 2,61 Punkte für die Rangliste gutgeschrieben. Im Übrigen gewann Adamkiewicz das Turnier.

Für den Rest des Wettkampftages schauten wir uns noch einige Kämpfe an und mussten leider feststellen, dass wir bisher noch nie so viele schlechte International Referees auf einmal gesehen hatten. Gefühlt galt auf jeder Fläche ein anderes Regelwerk.

Am Sonntag kämpfte die Jugend um die gut besetzt, so auch die von Rico (Junioren bis 59 kg). Immerhin 32 Kämpfer aus 13 Nationen waren am Start. Aber nicht nur dieser Umstand war der Grund dafür, dass Rico einigermaßen aufgeregt war. Vielmehr war es die Tatsache, dass er sein Debüt auf int. „Bühne“ gab. Da bei der Jugend nicht gesetzt wird, kann man immer nur auf das Losglück hoffen. Rico schien keins zu haben, denn für den Auftaktkampf wurde im Áron Szabó zugelost, der für das Ungarische Nationalteam gemeldet war.

Als der Kampf begann, schien die Aufregung bei Rico nicht mehr vorhanden zu sein, denn er nutzte couragiert die etwas zögerliche Taktik des Gegners, um in Führung zu gehen. Als er merkte, dass in dem Kampf einiges möglich war, wurde er immer sicherer in seinen Aktionen und konnte immer wieder schöne Treffer platzieren. Dem Ungarn gelangen kaum Aktionen, die zu Treffern führten, vielmehr profitierte er von den Gam-joms, die Rico kassierte. Dass es dennoch mit 22:14 Punkten ein recht sicherer Sieg für unseren Debütanten wurde, zeugt von einem guten Leistungsniveau.

Im Viertelfinale musste Rico gegen den Kroaten Marin Savija antreten. Dieser verschaffte sich mit eindrucksvollen Fauststößen gleich den nötigen Respekt. Leider ging Rico in der Folge zu zögerlich in die Angriffe und kassierte immer wieder unnötige Treffer und so war der Vorsprung des Gegners nach 2 Runden kaum noch einholbar. Dennoch gab sich Rico nicht auf, vielmehr zeigte er in der dritten Runde, wozu er fähig ist. Nun gelang es ihm, selbst auch Treffer zu erzielen und Druck aufzubauen. Leider schied er trotz des Aufbäumens mit 8.21 Punkten aus. Dennoch war sein Coach mit der Leistung zufrieden, war doch der Beweis erbracht, dass Rico auch international durchaus gut mithalten kann. Dies wird er sicher bei den nun folgenden G-Turnieren unter Beweis stellen.

 

R. Richter