Serbia Open 2014

Anders als im letzten Jahr, sollte die diesjährige Reise nach Serbien wesentlich entspannter werden, da wir uns nicht für das Auto, sondern den Flieger als Reisemittel entschieden hatten.

Pünktlich landeten wir auf dem Belgrader Flughafen und wurden zusammen mit anderen angereisten Teams mittels Bus zum offiziellen Hotel gefahren. Nach dem Einchecken ging es zur Registration und zur Waage. Auf dem Weg dorthin begegneten wir natürlich vielen bekannten Gesichtern.

Am Samstagmorgen wurden wir um 7.30 Uhr, nach einem ausgiebigen Frühstück, mit dem Shuttle-Bus zur „Hala Pionir“ gefahren. Natürlich hatten wir zuvor noch die Poollisten online angeschaut und wussten daher, dass Jasmin genügend Zeit bis zum ersten Kampf hatte. In der Halle angekommen suchten wir uns einen guten Platz in vorderster Reihe.

Waren es im letzten noch knapp 1000 Sportler, hatten für die diesjährige Serbia Open über 1200 Kämpfer gemeldet. In der Klasse von Jasmin (Jugend A, bis 52kg) gingen 20 Kämpferinnen aus 14 Nationen an den Start.

Entsprechend der WTF Vorgabe für die G1 Turniere kamen ausschließlich International Referees zum Einsatz. Unter den knapp 70 geladenen Referees waren auch unsere beiden Kampfrichter Sebastian Winter und Stev Brauner. Um es vorweg zu nehmen, die Leistungen der Referees ließen keinen Grund zur Kritik aufkommen. Dies trug natürlich zum insgesamt hohen Niveau des Turnieres bei.

Doch zurück zu unserer Kämpferin. Die erste Gegnerin von Jasmin hieß Csenge Patakfalvy und startete für das Ungarischen Nationalteam. Doch das schreckte Jasmin überhaupt nicht. Der Kampf begann ausgeglichen, wobei Jasmin druckvoller kämpfte. Dies wurde kurz vor Ende der Runde 1 mit einem Kopftreffer und 3 Punkten belohnt. Ab der 2.Runde konnte Jasmin den Kampf zunehmend kontrollieren, einen schönen Naeryo „landen“ und ihren Punktevorsprung stetig erhöhen.serbia med. Letztendlich siegte sie verdient mit 15:5 Punkten und hatte damit einen sehr guten Start in das Turnier. Da bis zum Viertelfinale noch viel Zeit war nutzten wir die Gelegenheit, um viele interessante Gespräche zu führen.

Im Viertelfinale mit der Kampfnummer 133 wartete mit Clara Millero aus Frankreich eine ebenfalls sehr gute Sportlerin auf Jasmin. Beflügelt vom vorherigen Sieg, ließ Jasmin keinen Zweifel daran, dass sie auch diesmal als Siegerin von der Fläche gehen wollte. Wieder begann sie dann Kampf sehr couragiert und ging folgerichtig in Führung. Die Französin erwies sich jedoch als willensstarke, gute Kämpferin, die alles versuchte, den Vorsprung aufzuholen. Jasmin jedoch befolgte konzentriert die taktischen Vorgaben ihres Coaches und konnte somit auch diesen Kampf mit 10:3 Punkten für sich entscheiden. Damit hatte sie bereits eine Platzierung sicher.

Wenig später stand ihr im Halbfinale mit Vanja Stankovic aus Serbien eine bekannte Kämpferin gegenüber, hatte sie doch zuletzt in Österreich denkbar knapp in Sudden Death gegen die Serbin verloren.

Jasmin wollte es diesmal nicht auf die 4. Runde ankommen lassen und ging zunächst mit 3:1 in Führung. Zu Beginn von Runde 3 erzielte Stankovic einen glücklichen Kopftreffer und ging mit 4:3 in Führung. Jasmin glich jedoch 20 Sekunden vor dem Ende zum 4:4 aus. Da es dabei blieb musste doch wieder die 4. Runde, der Sudden Death die Entscheidung bringen.

Jasmin traf zwar zuerst die Weste, aber die Schlagintensität reichte leider nicht für einen Treffer. Kurz darauf konnte die Serbin einen Angriff erfolgreich vollenden und als Siegerin von der Fläche gehen. Mit dem 3. Platz und den gezeigten Leistungen auf diesem hochrangigen Turnier kann Jasmin mehr als zufrieden sein, hat sie doch einmal mehr bewiesen, dass sie auch international vorn dabei ist. Außerdem konnte sie mit der Platzierung wichtige Credit Points sammeln.

 

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R. Richter