Serbia Open 2013 (A-Class)

Eigentlich sollte der KR-Einsatz zu den NRW-Masters erfolgen – aber es kam anders … und im Nachhinein war das gut so. Dadurch hat sich uns die Möglichkeit geboten bei den Serbia Open bzw. der „12. Galeb Belgrad Trophy“ als Internationale Kampfrichter teilzunehmen. Eine entsprechende Anfrage aus Serbien an die DTU erreichte uns ca. 1 Woche vor dem TurnierWoE – wir bekamen die Genehmigung Deutschland als Kampfrichter zu vertreten. Erstaunlich: wir waren die einzigen deutschen

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Kampfrichter und – wir staunten weiterhin nicht schlecht Möglich wurde die Teilname  auch, weil Jasmin in Serbien zum Turnier startete und René mit eigenem Bus  unterwegs  war. Vielen Dank nochmal! – wohl auch die ersten, die sich nach Serbien  verirrt hatten. Das  Turnier ist nun mittlerweile A-Class Turnier der ETU mit 2013  rund 1.100 Teilnehmern aus  über 25 Nationen. Nur der 14-stündige Autofahrt für die  rund 1250 km lange Strecke quer  durch Europa, war ein kleiner Wehrmutstropfen –  aber das war es wert.

Jasmin machte ihre Sache sehr gut und hätte sich sogar in den Medaillenrängen wiederfinden können. Sie gewann ihren ersten Kampf sehr überlegen, den zweiten gegen den Iran dominierte sie mit 3-Punktevorsprung bis 4 Sekunden vor Schluss. Ein Kopftreffer führte schließlich kurz vor Ende zum SuddenDeath, welches sie leider verlor. Sie hätte sich dem Kampf taktisch entziehen können und wäre dafür mit einen Minuspunkt bestraft wurden – hätte aber den Kampf mit einem 2-Punktevorsprung gewonnen. Der Fairness und des Sportgedankens halber, hat sie diesen Weg aber nicht wählen wollen, wie sie danach sagte – Respekt vor dieser Entscheidung.
Auch generell sind uns einige Möglichkeiten zur Beeinflussung des Punktestandes aufgefallen, welche

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aufmerksame Coaches im Rahmen des Regelwerks und des Videoreplays nutzen können. Nicht nur die Zuerkennung von Kopftreffern, sondern vor allem deren Aberkennung in Verbindung mit Kyongo für „Grabbing, Holding, Pusching“ hat durchaus reelle Erfolgsaussichten. Vor allem weil Kopfttreffer-Techniken oftmals mit einem engem Hand/Arm-Westenkontakt einhergehen, der im Normalfall durch die Kampfrichter weitgehend geduldet wird. Auf dem Video lässt sich aber die „Stärke“ der ggf. verbotenen Aktion nicht einschätzen, ein „Accepted“ ist damit durchaus möglich. So gibt es durchaus noch weitere Möglichkeiten, die die Anwendung des Regelwerks bieten – eine genaue Kenntnis vorausgesetzt.
Die Turnierorganisation und Durchführung waren durchweg professionell – von einigen Sachen können wir uns sogar noch etwas abschauen. Untergebracht waren wir im offiziellen Kampfrichter-Hotel dem „Metropol Palace“ – einem 5-Sterne Hotel was seinem Namen Ehre machte. Halle und Hotel lagen mitten im Zentrum, gleich neben der Universität und einigen anderen schönen Gebäuden.

Für uns ein Highlight: die Teilnahme als aktive Kampfrichter an den 10 wichtigsten Finals am Ende des Turnier auf dem Podest. Ich war zweimal als Corner-Judge eingesetzt, Sebastian fungierte als VideoReferee und musste in einem Fall tatsächlich auch entscheiden. Für die zentrale Podestfläche waren hier zwei Kameras mit jeweils eigenem Personal und Technik eingesetzt.

 

Bericht und Bilder: Stev Brauner