Landes- Kup- und Danprüfung der TUT in Gera

Bei bestem Sommerwetter, die Sonne lächelte durch die Fenster der Turnhalle in Gera, fand am Sonnabend, den 05. Juli 2014 die Danprüfung der TUT statt. Als Ausrichter fungierte der TSV 1880 Gera-Zwötzen.

Waren im vergangenen Jahr sowohl die Präsidentin, als auch der Vizepräsident zugegegen, schien die Veranstaltung diesmal nicht diesen hohen Stellenwert für den Verband zu haben, denn einen Vertreter des Präsidiums suchte man vergebens in der Halle.

An den Sportlern konnte es nicht gelegen haben, denn die waren zahlreich vertreten. 20 Aspiranten

waren nach Gera gekommen, um sich der Prüfung zum nächst höheren Gürtelgrad zu stellen. Erfreulich war besonders, dass sehr viele Thüringer Vereine vertreten waren und sei es nur als interessierte Zuschauer (Hildburghausen).

Die größte Zahl an Sportlern stellte der TSV Gera-Zwötzen (10) gefolgt von Weida und Erfurt (je 3), jeweils 1 Teilnehmer kam vom ASC Ronneburg, dem USV Jena, dem Budokan Sonneberg und aus Sachsen. Das Prüfungsgremium setzte sich wie folgt zusammen, René Richter (5.Dan, Vorsitz), Mirko Hartmann (4.Dan, Beisitzer, LPR der TUT) und Ralf Uhlich (5.Dan, Beisitzer, LPR der TUS).

Bevor es so richtig zur Sache ging, mussten die Anwärter auf den 1.Kup zunächst die Fragen zur Theorie beantworten, was kein großes Problem darstellte.

Es folgte nun die „offizielle“ Eröffnung durch den LPR der TUT, Mirko Hartmann. Nach den einleitenden, aufmunternden Worten ging es endlich los. Zunächst durften die Anwärter auf den 1.Kup bei der Überprüfung, den von der TUT vorgegebenen 10 Grundschulkombinationen, ihr Können unter Beweis stellen. Es war jedoch nicht nur eine korrekte Ausführung der Techniken gefragt, denn bei den vorherrschenden Temperaturen war vor allem auch die Kondition wichtig. Das traf natürlich auch auf die Dan-Anwärter zu, die mit leicht „geröteten“ Gesichtern die Kombinationen ebenfalls hinter sich gebracht hatten. Insgesamt waren die Leistungen in dem Bereich recht ansprechend.

Weiter ging es nun mit den Prüfungsformen. Die 8 Prüflinge auf den 1.Kup hatten die Chil-Jang zu präsentieren. Alle liefen ihre Form sicher durch, wobei in der Darbietung schon einige Unterschiede hinsichtlich Technikausführung und Präsentation zu erkennen waren.

Dies traf auch bei den Aspiranten auf den 1.Dan zu. Hier reichten die Leistungen von „weit über dem Durchschnitt“ bis zu „nicht ganz den Anforderungen genügend“. Da auch zwei Sportlerinnen dabei waren, die den 2.Dan anstrebten, bekamen die Prüfer neben der Pal-Jang noch die Poomsae Koryo zu sehen. Dass die Formenspezialisten wie Josephine Seidel, Paula Kanis, Marvin Seidel oder Jean Isserstedt (Gera-Zwötzen) hier ihren Trumpf ausspielen konnten, war selbstverständlich, genauso wie die entsprechend hohe Bewertung.

An der Stelle wäre anzumerken, dass jeder Prüfling vom Publikum mit Applaus bedacht wurde, sei es als Anerkennung oder als Aufmunterung. Dies trug zu einer angenehmen Prüfungsatmosphäre bei.

Weiter ging es nun mit dem Hanbon-Kyorugi (Schrittkampf). Die jüngeren Sportler wussten hier mit ihren Technikkombinationen und dem Abstandsgefühl durchaus zu gefallen. Die Vorträge übertrafen teilweise die Erwartungen der Prüfer. Bei den „Älteren“ hätte sich die Prüfungskommission mitunter einen höheren Schwierigkeitsgrad gewünscht und auch am Abstand darf durchaus noch gearbeitet werden. Mit ein paar mehr Dreh-, Sprung- oder Doppeltechniken wäre die ein oder andere Bewertung sicher höher ausgefallen.

Nach dem Schrittkampf folgre nun der „richtige“ Kampf, das Freikampf-Sparring. Hier konnten natürlich die Wettkämpfer wie Jasmin Richter (Weida) und Sophia Schulz (Gera-Zwötzen) glänzen und sich ein gutes Punktepolster verschaffen. Übermotivierte „Nichtwettkämpfer“ mussten vom Prüfungsgremium kurz ein wenig eingebremst werden, damit auch hier alles verletzungsfrei blieb. Im Großen und Ganzen wurden die taktischen bzw. technischen Aufgabenstellungen erfüllt, so dass in dem Bereich jeder Prüfling mindestens den gestellten Anforderungen genügte.

Bevor es zum Bereich Hosinsul (Selbstverteidigung) ging, wurde erst einmal eine Mittagspause eingelegt, da man gut in der Zeit lag und die Prüfer mal ein wenig Sauerstoff tanken mussten. Nach ca. 30 Minuten wurde mit dem vorletzen Prüfungsbestandteil begonnen. Leider bestätigte sich hier die Vorahnung, dass dies nicht das Highlight werden würde. Gerade die jüngeren Sportler haben immer wieder Probleme, die Angriffe so zu gestalten, dass sie einigermaßen funktionell sind und eine Abwehr auch sinnvoll möglich ist.

Doch auch bei den Jugendlichen und Erwachsenen wurde es nur bedingt besser. Vor allem die Waffenabwehr stellte wieder einmal das größte Problem dar. Doch das vorletzte Prüfungspaar Michelle Tunger und Christiane Seidel (Gera-Zwötzen) boten dann doch noch eine sehr überzeugende Honsinsul.

Insgesamt war wieder zu beobachten, dass der Sinn der angewandten Techniken scheinbar nicht immer verstanden wurde und daher einige dieser Techniken nicht funktioniert hätten. Auch wurden leider wieder viel zu wenige Tritte und Schläge aus „unserem“ Taekwondo verwendet.

Dass eine Danprüfung sehr anspruchsvoll und daher vor allem kräftezehrend ist, sollte sich nun beim letzten Teil, dem Bruchtest zeigen. Einige Sportler waren schon beim Aufbau der Bruchtest-Kombination unkonzentriert und stellten die Bretthalter falsch, so dass die jeweils 2. Technik selbst bei aller Anstrengung nicht funktionieren konnte.

Letztendlich waren nicht alle Bretter gewillt, sich von den Händen oder Füßen brechen zu lassen. Der Großteil der Bretter ging jedoch, sehr zu Erleichterung der Ausführenden und unter dem Beifall der Zuschauer zu Bruch.

Die Prüfer zogen sich nun zur Beratung und Auswertung zurück. Als dann Aufstellung gebeten wurde, war die Anspannung in den Gesichtern der Prüflinge nicht zu übersehen. Die Prüfer hatten noch einige Anmerkungen zur Prüfung, was gefallen hat und was nicht. Insgesamt waren sie mit dem Niveau zufrieden, erwähnten aber auch, dass eine hohe Bonusnote mitunter zum Bestehen beigetragen hat.

Dann wurde vom LPR Mirko Hartmann Sportler um Sportler wurde nach vorn gerufen, um die Urkunde und die Glückwünsche in Empfang zu nehmen. Da niemand unerwähnt blieb,  hatten folglich alle bestanden!

Wir gratulieren folgend Sportlern zur neuen Graduierung:

1.Kup – Paula Kanis, Leonardo Winter und Philip Fröhlich (alle Gera-Zwötzen), Paula Kurtz und Rico Richter (alle Weida), Konrad Hermann und Pierre Querndt (alle Erfurt) sowie Alexander Karnstädt (Jena)

1.Poom – Josephine Seidel, Jan Hüttner und Marvin Seidel (alle Gera-Zwötzen)

1.Dan – Michelle Tunger, Christiane Seidel, Sophia Schulz und Jean Isserstedt (alle Gera-Zwötzen), Jessy Wiedemann (Ronneburg) sowie Gregor Hermann (Erfurt)

2.Poom – Jasmin Richter (Weida)

2.Dan – Jeanette Huss (Sonneberg)

 

René Richter