Int. Jugendaustausch der TUT-Sportjugend

Dienstag, 01.08., die Betten sind bezogen, das Haus geschmückt. Aufgeregt, mit Luftballons in der Hand, stehen 15 Jugendliche aus Gera, Weida und Ronneburg vor dem Schullandheim in Seelingstädt. Nur noch wenige Augenblicke bis unsere Freunde aus Portugal eintreffen. Der Empfang ist sehr herzlich und man sieht die Freude darüber, bekannte Gesichter wiederzusehen. Der Jugendaustausch zwischen dem portugiesischen Verein in Santarèm und thüringischen Vereinen hat bereits seit 2005 Tradition.

Erschöpft von der langen Reise haben wir unseren Gästen erst einmal ihre Unterkunft für die nächsten Tage gezeigt. Nach dem Abendessen stand eine kleine Präsentation über den Ablauf der nächsten Tage an und jeder erhielt einen „Survival-Bag“ mit Dingen, die für die jeweiligen Aktivitäten standen. Diese, als Spaß gedachten Gastgeschenke, nahmen einige unserer Gäste etwas zu ernst, wie man in den folgenden Tagen feststellen konnte. Den ersten Tag ließen wir schließlich in ruhiger Runde ausklingen.

Am Mittwoch stand bereits früh Action auf dem Plan. Eine „Rallye“ durch das Objekt und Seelingstädt, sollte den Portugiesen ihre neue Umgebung näher bringen. In sechs gelosten Gruppen ging es auf die Suche nach Umschlägen, die überall im Haus versteckt waren. Hatte man alle gefunden ergaben die Puzzleteile in den Umschlägen ein Bild eines Ortes in Seelingstädt, welchen es zu finden galt. Dort angekommen musste jede Gruppe ein lustiges, kreatives Foto machen und damit die Rallye beenden.

Sportlich ging es auch nach dem Mittagessen weiter. Im Buga-Gelände Ronneburg konnte jeder seine Kletter-Fähigkeiten am großen Kletterturm beweisen, danach statteten wir dem WISMUT-Museum noch einen Besuch ab. Mit interaktiven Ausstellungen sowie kleinen Filmen konnte man vieles über den Uran-Tagebau und die Rekultivierung dieses Gebietes erfahren. Nach ungefähr zwei Stunden ging es wieder zurück ins Schullandheim, wo am Abend noch die Siegerehrung der Rallye stattfand. Alle konnten die Bilder anschauen und für ihre Favoriten abstimmen. Einen Preis gab es auch für die schnellste Gruppe. Doch damit war der Abend noch lange nicht vorbei. Die Musik spielte nur ein paar Minuten, da waren bereits fast alle am Tanzen und die Stimmung war super. Noch bis spät in die Nacht tanzten, erzählten wir und hatten einfach nur Spaß. Für viele der beste Abend der ganzen Woche.

Am nächsten Morgen mussten wir bereits wieder früh raus, da der Bus nach Erfurt wartete. Heute stand eine englische Stadtführung durch die wirklich sehenswerte Innenstadt der Landeshauptstadt an. In den anschließenden zwei Stunden Freizeit konnten unsere Gäste Souvenirs kaufen oder einfach ein bisschen durch schönen Gassen bummeln. Am späten Nachmittag wurde der Heimweg angetreten und nach dem Abendessen das Lagerfeuer entzündet. Hier saßen wir noch gemütlich zusammen und lernten uns bei ein paar Gruppenspielen noch besser kennen. Auch diesmal kam der Spaß nicht zu kurz.

Nun war schon Freitag und als wir früh in Richtung Buga-Gelände aufbrachen, konnte wahrscheinlich noch keiner erahnen, was für ein langer Tag es werden sollte. Zuerst war ein Training geplant, welches bei schönstem Sonnenschein auf der Wiese durchgeführt wurde. Anschließend ging es in Richtung Drachenbrücke, wo uns der Verein We4Kids bereits mit Pizza empfangen hat. Wir wollten nämlich beim Aufbau der längsten Murmelbahn der Welt helfen und waren damit Teil eines Weltrekordversuchs. Leider gestaltete sich alles etwas schwieriger als erwartet. Als wir nach Stunden und mehreren unterschiedlichen Anweisungen an einem schwierigen Punkt ankamen, waren alle schon ziemlich erschöpft. Das Gefälle zum Rollen der Murmel wollte einfach nicht ausreichen. Bis weit nach Mitternacht bauten wir an dieser Bahn, die letztendlich doch nicht fertig wurde. Auch am Samstag, dem Rekord-Tag, konnte die Bahn nicht vervollständigt werden. Die Enttäuschung war natürlich groß und die Erschöpfung noch größer. Der Schiedsrichter gab dem „Unternehmen“ jedoch noch eine Chance und wollte am nächsten Tag wiederkommen. So bauten die Helfer des Vereins weiter.

Wir fuhren unterdessen nach Paitzdorf, wo die Eltern des Ronneburger Vereins bereits alles vorbereitet hatten. Den ganzen Nachmittag konnten wir Fußball spielen, Bogen schießen oder einfach nur entspannen bzw. dringend benötigten Schlaf nachholen. Gegen Abend kamen einige Eltern und Vereinsmitglieder zu Besuch, es wurde viel erzählt und gelacht. Leider ging auch dieser Tag wieder viel zu schnell zu Ende.

Am Sonntag hieß es erst einmal ausschlafen und ausgiebig frühstücken, bevor Kreativität gefragt war. Im Speisesaal war ein riesiger Haufen von alten Klamotten und Stoffen ausgebreitet, es lag Nähzeug bereit sowie Dekomaterial. Die Aufgabe bestand nun darin sich ein Kostüm zum Motto „Heros – Helden“ zu basteln. Bis 14:00 wurde ununterbrochen geschnitten, geknotet und genäht. Dann mussten wir unsere Arbeit unterbrechen, um erneut in das Buga-Gelände zu fahren, da nun der erneute Weltrekordversuch anstand. Die Bahn war teilweise nochmal umgebaut worden und es sah gut aus. Als die Kugel ihren über 2200m langen Weg nach unten antrat, war die Spannung förmlich zu greifen. Als sie das Ziel erreichte, stand fest, nun haben wir sozusagen einen Weltrekord. Für alle sicherlich ein besonderes Ereignis.

Wieder zurück im Schullandheim, ging es an die letzten Details der Outfits, bevor der selbstgemachte Kesselgulasch verspeist wurde. Anschließend schlüpften alle in ihre Kostüme und die Mottoparty konnte beginnen. Neben der eigens eingerichteten Cocktail-Bar gab es natürlich den „Walk“, bei dem jeder sein Werk präsentieren konnte. Neben Cäsar mit seinen Römern, den Power-Rangers, Captain Planet, Jim Knopf, Mickey Mouse, Einhörnern und Aqua Woman, gab es noch viele andere Verkleidungen. Es war sehr lustig, die Arbeiten der anderen bewundern zu können.

Der Montag sollte ein entspannter Tag werden. Nach dem Frühstück fuhren wir an die Koberbachtalsperre zum Schwimmen, Volleyball spielen und ausruhen. Das Wetter war auch an diesem Tag wieder perfekt. Nachmittags ging es wieder zurück, schließlich mussten die Koffer schon wieder gepackt werden. Doch der Tag war natürlich noch nicht vorbei. Zusammen bereiteten wir das Abendessen vor. Es gab Burger zum selbst zusammenstellen. Sehr, sehr lecker.

Leider war es der letzte gemeinsame Abend der diesjährigen Jugendbegegnung, denn am nächsten Tag  stand die Abreise unserer portugiesischen Freunde an. Die Koffer wurden gepackt und gegen 13:00 mussten „unsere Portugiesen“ in Richtung Flughafen aufbrechen. Der Abschied fiel allen nicht leicht, da kullerte auch die ein oder andere Träne. Schließlich sind wir uns in der Woche ziemlich ans Herz gewachsen, neue Freundschaften wurden geschlossen und wir alle hoffen natürlich, uns nächstes Jahr in Portugal wiederzusehen. Nachdem die Portugiesen abgereist waren, mussten wir noch das Haus aufräumen und dann war auch für uns eine wunderschöne Woche mit vielen Erlebnissen und Eindrücken zu Ende.

Ein großes Dankeschön auch noch einmal an die Organisatoren und Helfer um Birgit und Fred Pretzel.

Jasmin Richter