(Herz)Blut, Schweiß und Training…

Der Weidaer Budolehrgang – Bereich: Freikampf – aus Sicht eines Trainers

Bereits zum wiederholten Mal nahm Georg Streif, seines Zeichens DTU-Bundestrainer, den langen Weg aus Bayern nach Thüringen auf sich… und zahlreiche Thüringer Taekwondo-Sportler scheuten sich nicht, den demgegenüber doch recht kurzen Weg zur Sporthalle in Harpersdorf auf sich zu nehmen. Wann hat man schon einmal einen derart kompetenten und erfahrenen Wettkampftrainer vor sich? … zudem „für’n Appel und’n Ei“ (gemeint ist damit nicht die Verpflegung, die wie immer hervorragend war).
Wer das Training von Georg kennt, weiß, wie systematisch aufgebaut und stringent strukturiert es ist. Vor diesem Hintergrund wurde auch die Entscheidung getroffen, den Lehrgang als Trainerfortbildung anzuerkennen. Die Überlegung erwies sich als richtig: Gerade wer Wettkampftrainer im Verein ist, konnte hier zahlreiche Anregungen für das eigene Training mitnehmen.
20130525_142658_1Im Einzelnen:
Im Teil 1 wurden die „Basics“ behandelt. Hier zeigte sich der große Erfahrungshorizont von Georg, der viele Tipps im Detail geben konnte und auch kleinste Fehler sah. Am Ende wurde schon mit „One-Step-Sparring“ zum Teil 2 übergeleitet, der dieses (auch für die Gürtelprüfung relevante) Gebiet zum Gegenstand hatte. Georg ging mit den Teilnehmern viele Standardsituationen durch – gespickt mit zahlreichen Tricks und Kniffen für den Turnierkampf und Hinweisen zu den neuesten Strömungen des Kampfstils im aktuellen Wettkampfbereich (Befreiung aus der Nahdistanz, Finten beim Angriff etc.). Als „Running-Gag“ gab es zwischendurch die „Mal-6-Übung“ (tja, nur wer da war, weiß, was ich meine!).

Teil 3 war dem freien „Sparring“ gewidmet – mit dem Fokus auf die Taktik. Es wurden verschiedene (zunehmend schwieriger werdende) taktische Anweisungen erteilt, die umgesetzt werden mussten und vom Trainingspartner erkannt werden sollten. Als Krönung schloss das Ganze in Teil 4 mit „Athletik“. Derjenige, welcher im Rahmen der Trainerausbildung das Intervalltraining nur als abstrakten Begriff empfand, konnte sich hier nun live und in Farbe (gemeint ist die Gesichtsfarbe der Teilnehmer) davon überzeugen. Die Hormone, die hier insgesamt ausgeschüttet worden, kenne ich teilweise gar nicht mit Namen, aber gespürt habe ich sie (Stichwort: Glücksgefühle des Ausdauerläufers).

In diesem Sinne – in mehrfacher Hinsicht ein wahres Glück, dass ich an dieser Veranstaltung teilnehmen konnte…

 

Text und Bild: Andreas Herzog