Ferienfreizeit der Thüringer Taekwondo Jugend

Bunte Tage am Meer…das lieb ich sehr! Mit diesem Motto starteten wir am 2. August um 5:30 Uhr mit einem bequemen Reisebus vom Hauptbahnhof Gera in Richtung Usedom. Auf uns warteten nun zehn Tage, gefüllt mit einem spannenden Programm aus Abenteuer, Spaß und Erholung. Doch bevor das Ziel Trassenheide erreicht war, mussten noch die sieben Stunden Fahrt gemeistert werden. Während der zunehmend langweiliger werdenden Zeit auf der Autobahn bei sommerlicher Hitze, teilte uns der „Lager-Chef“ Mirko Hartmann den Plan für den Ferienaufenthalt, die Gruppeneinteilung und die Zimmereinteilung mit. Auch die anderen Betreuer wurden vorgestellt: Lisa Fuchs und Stev Brauner als „alte Hasen“, Michelle Tunger, Helena Theis und Jessy Wiedemann als Praktikantinnen.

12.30 Uhr kamen wir dann endlich am „Strandgut Trassenheide“ an. Nach einem stärkenden Mittagessen wurden erst einmal die Koffer ausgeräumt und die Betten bezogen. Anschließend bekamen wir das lang ersehnte Meer mit dem traumhaften Strand zu sehen. Nach zwei Stunden ausgiebigen Plantschen und Sonnen stand die erste Aktion auf dem Plan: ein Gruppenspiel zum Kennenlernen der Insel, zumindest eines Teils davon. Unter anderem mussten die Gruppen jeweils eine Karte über den Weg vom Strand zum Lager zeichnen und dabei auf besondere Merkmale achten.

Danach ließen wir uns das Abendessen schmecken. Wer nun dachte, das war´s, der hatte sich getäuscht, denn es stand ein weiteres Highlight an. Die Gruppen setzten sich zusammen, dachten sich einen Namen aus und gestalteten letztlich noch ein Basecap. Dabei entstanden drei sehr kreative Namen: Gruppe 1 – „Die wilde Gruppe“, Gruppe 2 – „Pokémons“ und Gruppe 3 – „Red Flames“. So war der erste Tag auch schon vorbei.

2. Tag, Samstag: Ein paar „Große“ wollten die unverbrauchte, morgendliche Ostseeluft schnuppern und gingen um 6:45 Uhr ein halbe Stunde joggen. Ein sehr reichhaltiges Buffet bestaunten wir 8:00 Uhr zum Frühstück. Brötchen, Brot, Müsli und jede Menge verschiedene Aufstriche sorgten dafür, dass keiner hungrig in den Tag gehen musste.

Heute stand der Sandburgenwettbewerb an. Gruppe 1 baute verschiedene Burgen und Meerestiere, während Gruppe 2 neben ein paar Burgen noch eine riesige Kathedrale erschuf. Gruppe 3 baute „Vulcano Island“, eine durch einen Vulkanausbruch geschaffene Burgeninsel, wo rund herum Delphine und Seesterne „schwammen“. Nach dem Mittagessen kühlten wir uns wieder im Meer ab. Volleyballspielen oder Fußball waren ebenfalls beliebte Freizeitaktivitäten.

Dem Abendessen folgte noch ein kleiner Spaziergang nach Zinnowitz. Dort wurde die Gelegenheit genutzt, um Postkarten für einen Gruß nach Hause zu kaufen, Eis zu essen und die Seebrücke zu besichtigen. Nach einer Stunde ging es wieder zurück und der zweite Tag endete.

3. Tag, Sonntag: Heute ging es 6:45 Uhr nicht zum Joggen, sondern zum Schwimmen! Nur wenige Mutige trauten sich in aller Frühe in die kalten Fluten zu springen. Nach einer viertel Stunde Schwimmen ging es wieder zurück zum Frühstück. Für eine Teilnehmerin gab es dann eine Überraschung. Josephine Seidel (Gera) hatte heute Geburtstag. Empfangen wurde Josi zuerst durch ein von Allen gesungenes Geburtstagslied, anschließend gab’s Torte und zuletzt noch ein paar kleine Geschenke, eine Bade-Ente und ein Wasserball.

Am Vormittag war zunächst ein Strand-Sport-Tag angesetzt, bei dem alle ihr Können im Volleyball oder Fußball unter Beweis stellen konnten. Um 12:00 Uhr wurde sich dann wieder mit lecker Mittagessen gestärkt. Das brauchten wir auch für den anstehenden Nachmittag, dem Taekwondo-Aktiv-Tag. Fertig angekleidet, in Dobok und Gürtel ging’s zum Strand, wo zuerst ein halbstündiges Training im Sand absolviert wurde. Doch so anstrengend hatte es wohl niemand erwartet! Ganz ungewohnt stapften einige anfangs noch durch den Sand. Am Ende hatten sich jedoch alle daran gewöhnt und der Spaß war von jedem Gesicht abzulesen.

Doch unsere Betreuer hatten noch einen Trumpf im Ärmel, sie schickten uns so wie wir waren ins Wasser, wo das Training schließlich weiter ging. Völlig durchnässt und mit klammen Doboks verließen wir das Meer, zogen uns um und machten uns schließlich auf den Weg zum Abendessen. Danach hatten wir noch kurz

Freizeit, bis es dann zum Kinoabend ging. Doch es war kein normales Kino, sondern eine Leinwand stand mitten im Wald. Geschaut wurde „Matilda“. In diesem Film kann die von ihren Eltern vernachlässigte Matilda Gegenstände nur mit ihrem Blick bewegen und rettet so eine ganze Schule. Ein sehr empfehlenswerter Film für die ganze Familie.

4. Tag, Montag: Nach einem äußerst leckeren Frühstück hatten wir heute eine sehr große Tour vor. Zu Fuß ging es 12 km nach Peenemünde. Nach vier Stunden Wanderung bei 30°C hatten wir endlich die Hafenstadt erreicht. Unter Bäumen im angenehmen Schatten machten wir erst einmal eine Mittagspause. Die zum Frühstück vorbereiteten Lunchpakete schmeckten allen sehr gut. Anschließend hatten wir die Wahl zwischen zwei Aktivitäten: Phänomenta oder Besichtigung des russischen U-Bootes. In der Phänomenta konnten wir verschiedene wissenschaftliche Experimente auf spielerische Art auszuprobieren. Interessant waren auch die optischen Täuschungen, Seifenblasen im XXL-Format oder der stockdunkle Tasttunnel. Im U-Boot, welches früher militärisch in der Ostsee eingesetzt wurde, konnte man die originale Einrichtung betrachten. Schaufensterpuppen, als Matrosen oder Offiziere verkleidet, gaben einem das Gefühl selbst unter Wasser zu sein. Eine besondere Überraschung war, als auf einmal der Alarm begann. Doch es war (zum Glück) nur Probealarm.

Da wir uns beim Hinweg schon „ausgepowert“ hatten, durften wir mit der Usedomer-Bäder-Bahn (UBB) zurückfahren. Kaum angekommen, gab’s Abendessen. Ein Grillabend mit Rostern, Rostbrät’l und Western Kartoffeln erwartete uns schon. Somit endete ein schöner aber auch anstrengender Tag.

5. Tag, Dienstag: Heute war wieder Frühjoggen dran. Anschließend ging’s nach dem Frühstück wieder mal an den Strand zum Baden und Volleyballspielen. Nach dem Mittagessen liefen wir bei leichtem Regen zum Bahnhof Trassenheide, von wo aus wir mit der UBB nach Karlshagen fuhren und zum dortigen Hafen liefen. Hier enterten wir ein Schiff zur Insel Ruden …. nein, natürlich hatten unsere Betreuer ordnungsgemäß das entsprechende „Fahrgeld“ gezahlt. Man erzählte uns unter anderem, dass auf der Insel nur ein Ehepaar wohnt, da dieses Eiland ein Naturschutzgebiet ist. Nach einstündigem Aufenthalt mit Inselrundgang und Aussichtsturmbesteigung machten wir uns wieder auf den Weg zurück nach Karlshagen.

Nach dem Abendessen gingen wir erneut zum Strand. Dort wurde 21:30 Uhr eine Geschichte vorgelesen. Anschließend ging’s in den finsteren Wald, ohne Taschenlampe! Allen war klar, dass nun die Nachtwanderung folgte. Die erste Station war gleich gruselig. Jeder musste ein paar Meter alleine zum Wald laufen. Dort lag in einer Waldlichtung ein Skelett. Danach erschreckte uns ein „toter Pirat“ von seiner Ruine aus. Nur kurze Zeit später tauchten hinter einem beleuchteten Kessel Kannibalen auf, die auf uns zukamen. Nach einem Wildschwein kam schließlich die letzte Aktion, ein „verschwundenes Mädchen“, was auf einmal losschrie. Danach wurden wir mit Wasserbomben beworfen. Natürlich waren alle sehr froh, wieder „heil“ im Lager angekommen zu sein. Mit einer sehr gruseligen Nacht endete dieser Tag.

6. Tag, Mittwoch: Da die Nachtwanderung am vorherigen Tag bis 1:00 Uhr in die Nacht dauerte, durften wir bis 9:00 Uhr ausschlafen. Eine weitere Überraschung war das Frühstück am Strand, das uns sogar von den Betreuern zubereitet wurde. Nachdem jeder seine gewünschten Brötchen gegessen hatte, packten wir unsere mitgebrachten Badesachen aus und kühlten uns erst einmal im Wasser ab. Nach dem Mittagessen wurde es wieder anstrengend, da jetzt das Geländespiel folgte. In diesem ging es darum, dass die Insulaner mit den bösen Piraten um ein Gebiet kämpfen mussten, damit die Hauptburg mit der Schatzkarte erobert werden konnte. Unsere gesamte Gruppe wurde geteilt und stellte Piraten und Insulaner dar. Auf zwei Hügeln wurde ein Lager errichtet, auf diesen wählte das Volk

seinen Häuptling, bzw. den Käpt’n und Unteroffizier. Im ganzen Gebiet stellten die Betreuer je 10 Flaggen auf, die erobert werden mussten.

Dann ging es los. Die einzelnen Teams schickten ihre 5 Späher aus, die das gegnerische Gebiet auskundschaften. Anschließend versuchten die Krieger die anderen Flaggen zu erobern und die Verteidiger wollten die eigenen Flaggen vor den gegnerischen Kriegern beschützen. Doch das Spiel gestaltete sich schwieriger als gedacht, da die Kleineren die Regeln noch nicht ganz verstanden hatten. So musste der „Kampf“ nach ungefähr 2 ½ Stunden abgebrochen werden, da das Abendessen schon auf uns wartete. Also wurde die Fortsetzung des Spiels auf Freitag verlegt.

Auch heute gab es wieder ein besonderes Essen, nämlich Hamburger zum Selbstbelegen. Anschließend hatten wir noch bis 20:00 Uhr Freizeit. Schon eine ½ Stunde vorher machten sich die Mädels alle schick (schöne Klamotten, Make-up), da nun bis 22:30 Uhr Disko angesagt war. Nach der Disko waren alle Tänzer sehr müde und fielen sofort ausgepowert ins Bett.

7. Tag, Donnerstag: Nach dem Frühstück hatten wir erst einmal den gesamten Vormittag Freizeit, in der wir uns auch im Bogenschießen ausprobieren konnten. Nach den Spaghetti zum Mittagessen wurde eine Mittagspause eingelegt. Nachmittags gingen wir wieder mal an den Strand.

Doch auf einmal tauchten Neptun mit seinen Nixen und Häschern auf, um einige Erdlinge zu taufen. Dabei mussten sie einen sehr ekelhaften Trank zu sich nehmen und wurden anschließend in die Ostsee geworfen. Doch zur „Entschädigung“ gab es für jeden Getauften eine Urkunde und einen Namen. Hinterher badeten wir noch einmal. So war dann auch der Nachmittag vorbei. Heute ging es nach dem Abendbrot mal etwas früher ins Bett.

8. Tag, Freitag: Heute gab es nach dem Frühstück die Fortsetzung des Geländespiels. Es wurden jedoch ein paar Änderungen in der Spielweise vorgenommen. Anstatt 10 Flaggen pro Seite gab es nur 5 und auch das Kampfgebiet wurde verkleinert. So kam es, dass schließlich beide Gruppen die Schatzkarte eroberten und den Schatz fanden. Dieser bestand aus Goldtalern und Lolli‘s. Gerade noch rechtzeitig kamen wir zum Mittagessen, welches sich alle verdient hatten, da das Geländespiel sehr anstrengend war. Nach einer 1 ½ – stündigen Mittagspause badeten wir im Meer und spielten wieder einmal Volleyball bzw. Fußball. Zum Abendessen gab es ausgesprochen leckere Chinanudeln, die sich alle schmecken ließen. Anschließend machten wir uns auf zum Sommernachtsfest zum Stadtzentrum Trassenheide. Zuerst hatten alle die Chance sich in kleinen Gruppen selbst umzusehen. Unter anderem konnte man sich an kleinen Buden Leckereien kaufen und es gab in der Strandmuschel Musikunterhaltung. Eine Coverband sang alte Lieder von den Phudys und Karat. Anschließend liefen wir zum Strand, um das Feuerwerk anzusehen. Doch es war nicht irgendein Feuerwerk, es war sehr außergewöhnlich und einfach nur bezaubernd schön, denn auch Raketen, die erst im Wasser explodierten waren dabei. Danach ging’s schon wieder zurück zum Lager und sofort ins Bett.

9. Tag, Samstag: Am vorletzten Tag trauten sich nur sehr wenige in die kalten Fluten zu springen oder die Joggingschuhe anzuziehen. Die, die sich doch dazu aus ihren Betten bewegt hatten, konnten den anderen erzählen wie schön angenehm kühl das Wasser und die frische Morgenluft waren. Nach dem Frühstück konnten wir uns nun entscheiden, ob wir nach Zinnowitz

gehen oder im Lager bleiben und Bogenschießen wollten. Das wir uns noch ein letztes Eis in Zinnowitz schmecken ließen, belegt, wie wir uns entschieden hatten.

Zum Mittagessen gab es heute das erste Mal Fisch, nämlich Backfisch mit Kartoffelbrei. In der Mittagspause hatte jedes Zimmer die Aufgabe, ein Outfit zum Thema „Tanz der Meerestiere“ zu entwerfen. Dieses musste am Abend von einem Model zur Modenschau vorgestellt werden. Doch vorher ging es an den Strand, um das letzte Mal vor der Abreise zu baden. Vor dem Abendessen musste jeder damit beginnen, seinen Koffer zu packen, damit wir am nächsten Morgen nicht so viel zu tun hatten.

Wie schon angekündigt, fand am Abend die Abschlussparty mit der Modenschau statt. Diese begann mit der Vorstellung der Outfits. Zu bestaunen gab es einen Häscher, eine Bachfee, die Frau und die Tochter des Neptuns, eine Meeresnymphe und zwei Meerjungfrauen. Anschließend wurde den Betreuern noch einmal für ihr Engagement während der Ferienfreizeit gedankt.

Bei Knabberzeug und Bowle schauten wir die Bilder der letzten Tage an. Danach liefen wir ein letztes Mal zum Strand, es war schon dunkel geworden. Im Sand legten wir uns alle in einen großen Kreis und schauten in den Himmel. Dort sahen wir den großen Wagen und mindestens fünf Sternschnuppen. Das war wirklich mal ein gelungenes Ende eines unvergesslichen Ferienerlebnisses.

10. Tag, Sonntag: Heute war der letzte der zehn rasanten und lustigen Tage. Nach dem Frühstück wurde noch der Rest vom Koffer gepackt und alle machten sich für die Rückfahrt fertig. Pünktlich um 10:00 Uhr fuhr der Bus schließlich Richtung Heimat los. Nachdem wir ein paarmal kurz im Stau standen, kam der Bus 17:30 Uhr in Gera an. Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass diese Freizeit wieder einmal ein großer Erfolg war, voller Action, Spaß und Spannung. Höhepunkte waren sicherlich unter anderem die Nachtwanderung und das Geländespiel. Allen hat es sehr gut gefallen und sie würden nächstes Mal wieder mitkommen.

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Text: Jasmin Richter