ETU – Coach Seminar vom 31.10. – 02.11.2014 in Düsseldorf

Vom 31.10.-02.11.2014 fand in Düsseldorf nun also das im Vorfeld vieldiskutierte ETU Coach Seminar statt. Warum gab es dazu Diskussionen? Dazu muss man zunächst wissen, dass für die Teilnahme an internationalen Turnieren mit WTF-Status (G1/G2) seit einiger Zeit sowohl eine Lizenz für den Sportler (WTF-GAL Card) als auch für den Coach (WTF-GOL Card) notwendig ist. Diese Lizenzen sind natürlich mit jährlichen Kosten verbunden. Auch wurde das Startgeld für diese Turniere auf einheitlich jeweils 75,-€ angehoben.

Seit Anfang des Jahres kamen die „Gerüchte“ auf, dass die ETU nun ihrerseits für die europäischen G1/G2 Turniere eine eigene Coach-Lizenz einführen will. Mit Beginn des 3.Quartals war klar, diese Lizenz ist ab 1. Januar 2015 verpflichtend. Will man nun an einem europäischen Turnier mit WTF-Status teilnehmen, braucht man ab dem kommenden Jahr insgesamt 3 Lizenzen, die nicht ganz billig sind.

Das erzeugte natürlich einigen Unmut bei den Vereinen, da die Kosten für solche Turnierteilnahmen seit 2013 immens gestiegen sind. Die ETU versuchte nun den Coaches zu vermitteln, dass diese Seminare und die damit verbunden Lizenzen bzw. das vermittelte Wissen die Qualität der Turniere anheben soll. Dies schien zumindest als Erklärung geeignet. Dass es jedoch für „Nicht-Lizenzinhaber“ möglich ist, eine teure Tageslizenz zu erwerben, macht diese Erklärung nicht unbedingt glaubwürdiger.etu2

Soweit das Vorwort zum Seminar bzw. der damit verbunden 2Jahres-Lizenz.

Doch nun zum Seminar. Entgegen ursprünglicher Zusagen, dass es für die deutschen Coaches einen Simultanübersetzer geben wird, mussten diese doch ihre Englischkenntnisse auffrischen, da die ETU keinen Übersetzer zuließ, mit der Begründung, dass auf den WTF-Turnieren nur Englisch gesprochen wird. Zumindest diese Begründung war nachvollziehbar. Da die beiden Hauptreferenten Chakir Chelbat (Chairman WTF Referee Commission) und Philippe Bouedo (Chairman WTF Games Commission) ein relativ klares Englisch sprachen und ihre Referate mittels Powerpoint sehr gut aufbereitet hatten, kam jeder einigermaßen gut mit.

Die Räumlichkeit war bis auf den letzten Platz gefüllt, kein Wunder bei ca. 150 anwesenden Coaches. Diese kamen jedoch nicht nur aus Deutschland, es waren unter anderem auch Teilnehmer aus Niederlande, Polen, Tschechien, Norwegen und Griechenland angereist, um den Ausführungen der Referenten zu lauschen. Besonders interessant und für die Coaches wichtig waren die Vermittlung der neuen Regeln, die ab 01. Januar 2015 gültig werden, sowie die Hinweise zur Handhabung der Videoreplay-Card. Denn hierbei ist es besonders wichtig, was „reklamiert“ werden darf und wie der Coach dies dem Center-Referee zu übermitteln hat. Interessant war in dem Zusammenhang der ausdrückliche Hinweis von Chakir Chelbat, dass die Replay-Card an den Coach zurückgegeben werden muss, wenn der Video-Referee auf dem Video die Situation nicht erkennen kann. Zwar gibt es das Rejected, aber man hat die Karte für weitere Einsprüche zur Verfügung. Ebenso wies der Chairman darauf hin, dass eine Weste die nicht entsprechend funktioniert, vom technischen Personal getauscht werden muss.

Man kann abschließend feststellen, dass der Lehrgang zwar kosten- und zeitintensiv war, dafür aber auch einiges Neues vermittelte. Außerdem hatten die Coaches (zumindest Einige) auch ihren Spass beim Seminar.

 

Rene Richter