Dutch Open WTF – G2 Turnier

Auf unserem Termin-plan war der  15./16. März ganz dick angestrichen, denn da ging es in das Niederländische  Eindhoven. Dort fand die Dutch Open, das einzige europäische Turnier mit dem WTF-G2 Status statt. Entsprechend hoch sollte dann auch das Niveau bei diesem Turnier sein. Insgesamt 1376 Sportler aus aller Welt hatten sich im Indoor Sportcentrum Eindhoven eingefunden.

Unter ihnen natürlich auch unsere Leistungsträgerin Jasmin Richter. Sie wollte unbedingt an die gute Leistung von Schweden anknüpfen. Dafür wurde, nach der Videoauswertung bzw. der detaillierten Analyse der Kämpfe von Trelleborg, das Training entsprechend modifiziert, um eine optimale Vorbereitung zu haben.

Das Turnier begann leider mit einer 1stündigen Verspätung, da die Poollisten neu gerechnet werden mussten. Man hatte bei der Registration am Vorabend vergessen, ein komplettes Team in die Datenbank einzugeben.

10.00 Uhr ging es dann endlich los. Zunächst lief es auch relativ „flüssig“, doch dann kam es immer wieder zu Verzögerungen, da es scheinbar einige Probleme mit der Videosoftware gab. Jedenfalls wurde der Supporter von Dartfish relativ oft ausgerufen. Die Kampfrichter waren ausschließlich in hellblau gekleidet, also alles International Referee. Diese gaben sich konsequent und auch relativ einheitlich was die Leistungen betraf. Das häufig zu sehende „Hinfallen“ nach einer Kick-Aktion wurde zwar noch geduldet, wer aber nicht innerhalb 3 Sekunden wieder stand, riskierte eine Verwarnung.Auch das „Rückwärts-Steppen“ wurde mit einer Verwarnung quittiert. Etwas schwer taten sich die Referees mit dem Erkennen von Kopftreffern, hier wären die elektronischen Kopfschützer, wie sie in Trelleborg eingesetzt wurden, sicher sehr hilfreich gewesen.

Doch nun zu Jasmin. Sie musste im Vorrundenkampf gegen die Britin Laura Jane Bellis antreten. Hochmotiviert ging sie in den Kampf. Leider wurden mehrere Kopftreffer von den Referees nicht gewertet, so dass Jasmin mit 1:4 in Rückstand geriet. Zum Glück ließ sie sich davon aber nicht aus der Fassung bringen und befolgte weiter die taktischen Vorgaben ihres Coaches. Dies wurde dann ab Runde 2 belohnt. Nach schönen Angriffsaktionen und sehenswerten Treffern konnte sie in Führung gehen und letztendlich den Kampf eindeutig mit 12:5 Punkten für sich entscheiden.

G2 Dutch1

Im Viertelfinale traf sie nun auf die Niederländerin Mathilde Prins, die schon auf einige internationale Erfahrung verweisen kann. Es wurde der erwartet schwere Kampf, ging es doch um den Einzug in das Halbfinale. Beide Kontrahentinnen schenkten sich nichts, aber die harten Kicks landeten zumeist in der Deckung. Mit einem platzierten Konterkick gelang Jasmin die Führung zum 1:0 noch vor der Pause. Auch in Runde 2 war es ein offener Schlagabtausch, bei dem Jasmin mit 2:1 die Oberhand behielt. Gleich zu Beginn von Runde 3 glich die Gegnerin zum 2:2 aus und alles war wieder offen. 20 Sekunden vor Ende des Kampfes ging Jasmin abermals in Führung, die sie nicht mehr hergab. Sie siegte mit 3:2 Punkten und hatte somit den 3. Platz schon sicher.

Im Halbfinale wartete nun die Serbin Vanja Stankovic, die schon einige Platzierungen auf ETU-A Class Turnieren erreicht hat. Beide Sportlerinnen gingen zunächst zurückhaltend in den Kampf, um eventuelle Schwachstellen der Kontrahentin auszumachen. Die Serbin konnte den ersten Treffer zum 1:0 setzen.

G2 Dutch2Die 2. Runde war wiederum sehr ausgeglichen, wobei Stankovic wieder einen Tick schneller war und die Führung auf 2:0 ausbauen konnte. Jasmin setzte in der letzten Runde noch einmal alles auf eine Karte und erhöhte das Tempo. Leider gingen 2 Kicks knapp am Kopf vorbei und es blieb beim 2:0 für die Serbin.

Stankovic gewann die Klasse Jugend A bis 49kg dann relativ klar gegen eine italienische Sportlerin mit 11:3.

Jasmin erreichte mit diesem 3. Platz den ersten internationalen Erfolg in der Jugend und konnte sich die ersten Credit-Points im entsprechenden Ranking sichern.

 

Text und Bilder: R. Richter