Do – nur eine Silbe?

Bereits im Namen vieler Kampfkünste – wie Judo, Aikido oder Taekwondo – begegnet man dem Begriff des „Do“ und oft wird gefragt, was er eigentlich bedeutet. Sucht man unter „Google“ oder „Wikipedia“ findet man, dass er seinen Ursprung im chinesischen Daoismus, der sogenannten Lehre des Weges, findet. „Do“ bedeutet folglich etwa so viel wie Weg. Nun, schön und gut, aber Fach-Chinesisch hilft wohl nicht wirklich, diesen Begriff ernsthaft zu beschreiben. Um einen Eindruck zu vermitteln, was „Do“ tatsächlich bedeutet, sollte man vielleicht einen Blick in den Trainingsalltag werfen:

Zum Beispiel versammeln sich alle vor Trainingsbeginn in einem Block, anschließend wird durch eine Verbeugung gegenüber dem Trainer angegrüßt. Gerade für Kinder und Jugendliche vermittelt dies auf einfache Weise Disziplin und Respekt. Auch zum Ende des Trainings verbeugt man sich zum Abschied. Ebenso verneigen wir uns, wenn wir im Taekwondo-Anzug (dem „Dobok“) die Sporthalle (das „Dojang“) betreten und natürlich auch, wenn wir sie wieder verlassen. Das hilft eine klare Abgrenzung des Alltags vom Training zu schaffen und fördert damit zusätzlich die Konzentration auf das im Moment Wesentliche. Auch vor gemeinsamen Partnerübungen verbeugt man sich voreinander – hierdurch erlernen vor allem auch Jüngere Respekt vor anderen zu haben und auch zu zeigen: Eine Fähigkeit, die auch über die Trainingshalle hinaus wichtig im zwischenmenschlichen Umgang ist.

„Do“ findet sich zum Beispiel auch im Wettkampf wieder. Getreu dem bekannten Motto: „Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ soll man sich stets einer Herausforderung stellen und kann auch aus einer Niederlage lernen. Selbst wenn man den Kampf verloren hat, reicht man seinem Gegner die Hand und sucht die Schuld nicht bei Anderen, sondern versteht dies als Ansporn, sich beim nächsten Mal noch mehr anzustrengen.

Dies stellen lediglich nur einige Facetten des „Do“ in den Kampfkünsten dar. Am Ende muss man sagen, dass es wohl keine Ausführung dieses Begriffes gibt, die ihn allumfassend beschreiben würde… oder das zumindest in einer Länge, die man sich noch durchlesen würde. Denn: Um ihn wirklich zu verstehen, muss man es erfahren – und das kann man nur durch regelmäßiges Training.

 

(Cora Sue Hüttner / Felix Feistel)