Deutsche Meisterschaft der Kadetten, Junioren u. Masters 2015

-Masterklassen liegen im Trend / Adidas/KP&P – Technologie mit Zukunft-
Text/Bild: Sebastian Winter, Stev Brauner

Am vergangenen Wochenende fanden die DEM der Kadetten, Masters und Junioren im bayrischen Schwabach statt. Wie bereits im Vorfeld bekannt wurde, sollte hier zum ersten Mal das neue elektronische Bewertungssystem von KP&P/Adidas zum Einsatz kommen. Am Samstagmorgen kam es darüber hinaus zu einer unerwarteten Überraschung, was das Equipment angeht.

Zusätzlich zu den elektronischen Kp&P-Westen kamen erstmals auf einer Deutschen Meisterschaft auch elektronische Kopfschützer zur Anwendung. Dies erklärte dann auch das erstaunlich kleine Kampfrichter-Team vor Ort, schließlich wurden damit nur noch zwei Punktrichter benötigt. Im Vorfeld hatte man schon einige Gerüchte und auch erste Erfahrungsberichte über das neue System aufgeschnappt. Nun konnte man sich erstmals eigene Eindrücke holen – und die waren entgegen mancher Erwartung, durchgängig positiv. Der Grundtenor bei Kämpfern, Coaches und auch Kampfrichtern ähnlich: nämlich, dass mit Kp&P/Adidas durchaus ein guter und adäquater Ersatz zum bisher verwendeten Daedo-System geschaffen wurde. Dieser Eindruck bestätigte sich vor allem im praktischen Einsatz. Kein Verbindungsabbruch, keinen Ärger mit Sendern, Pads oder dem ungleichen Westenausschlag beim Hardwaretest – alles lief reibungslos und frei jeglicher Störung. Auch fiel auf, dass Westentreffer wieder etwas mehr Schlagkraft bedürfen, was Punkte, die durch manch skurrile Technik -„(Neu)Kreation“ zumindest erschwerte.

Auffallend über die zwei Turniertage waren auch die nicht vorhanden Systemabstürze, welche im bewerten Daedo-System doch ab und an vorkamen. Waren Weste und Helm einmal via Bluetooth im System registriert war ein reibungsloser Kampfverlauf durchgängig gegeben. Dies erleichtet die Arbeit an der Fläche und sorgt für schnelle, reibungslose Abläufe. Auch die Ummeldung einzelnen Komponenten sind zügig realisierbar. Hatte man beim ersten Ansehen der Bedienoberfläche noch den Eindruck von einer Hülle von Eingabefeldern und Buttons erschlagen zu werden, so wurden dahingehende Bedenken schnell ausgeräumt. Handling, Layout und die Ansteuerung der Bedienoberfläche sind wohlüberlegt. Alle wichtigen Funktionen sind per Kurzwahltasten oder Maus direkt im Hauptschirm anwählbar, ohne durch umständliche Klicks oder zusätzliche Menüs behindert zu werden. Dies ermöglicht direkte und schnelle Eingaben und somit auch einen zügigen Kampfverlauf.

Im Fazit lässt sich aus Sicht der Kampfrichter festhalten, dass dieses System eine gute Alternative zum DeadoSystem darstellt, zumal auch die Anordnung des Punktrichter-Pads ähnlich ist und somit keine große Umstellung erfordert. Interessant und zu anfangs gewöhnungsbedürftig: nach einem elektronisch registrierten Kopftreffer wird ein kurzes Vibrations-Signal vom Pad für „Treffer: rot oder blau“ ausgegeben. Auch die elektronischen Kopfschützer haben insgesamt gut funktioniert, auch wenn es hier technik-bedingt noch zu Fehlern kommt. Denn nicht immer werden alle Berührungen (zum Teil auch klare Kopftreffer), welche durch das Regelwerk zu Punkten führen müssten, auch tatsächlich erkannt und gewertete. Hier ist sicherlich noch Verbesserungsbedarf zu erkennen, zumal die Kampfrichter derzeit noch keine praktisch sinnvolle Möglichkeit haben, Fehlentscheidungen zu korrigieren. Möglicherweise wird man hier wieder ein Einspruchsrecht per Videoreplay zugestehen, um sowohl attraktive Kämpfe wie auch eine faire Punktewertung sicherzustellen.

Weiteres Highlight dieses Turnieres stellte die immer mehr zum Trend werdende „Master-Kategorie“ dar. Waren im vergangenen Jahr nur ein paar Handvoll mutiger „Senioren“ in der Masterklasse gemeldet, so kam es diesjährig zu mehr als einer Verdoppelung der Starter in diesem Bereich. Mitunter waren hier ab und an einige spektakuläre Aktionen, aber auch schauspielerisches Talent sehen. Einziger Vorteil, welche diese Klasse für sich in Anspruch nehmen konnten, war eine verkürzet Kampfzeit, was einigen Sportlern sichtbar gelegen kam und eine intensiver ärztliche Nachbetreuung unnötig machte. Abschließend lässt sich feststellen, dass nach Einführung dieser Klasse eine positiver Trend zu verzeichnen ist – und warum auch nicht. Viele stehen noch selbst (wenn auch als Trainer) regelmäßig im aktiven Training und können zum Turnier nicht nur mit Technik, sondern auch mit Erfahrung punkten.

Kurz: das DM-Wochenende war gekennzeichnet von einem angenehmen und niveauvollen Turnierverlauf sowie einer vorbildlichen organisatorischen Umrahmung seitens des Schwabacher Teams.