Deutsche Hochschulmeisterschaft 2017

Die letzten Jahre fanden die Deutschen Hochschulmeisterschaften TKD ohne Thüringer Beteiligung statt, vom Einsatz einzelner Kampfrichter mal abgesehen. Das sollte in diesem Jahr anders sein. Da unsere Sportlerin Jasmin Richter mittlerweile ihr Studium begonnen hat, war sie für die DHM – TKD startberechtigt. Der Termin passte auch ganz gut in den Plan und so fuhren wir gemeinsam mit unseren Kampfrichtern Sebastian Winter und Stev Brauner wieder einmal als „4er Gespann“, diesmal in Richtung Ingelheim am Rhein.

Dass diese 1-Tages-Veranstaltung an einem Sonntag durchgeführt wurde, war zwar ungewöhnlich, lag aber daran, dass der ausrichtende Ingelheimer Verein am Vortag ein anderes Kampfturnier veranstaltete und das Equipment sowie die Örtlichkeit gleich für die DHM nutzen wollte bzw. konnte. Die Zahl der gemeldeten Sportler hielt sich leider in Grenzen, erreichte nicht einmal die 100 und dass, obwohl im Vollkontakt 2 Leistungsklassen und auch der Poomsae-Wettbewerb ausgeschrieben waren. Aus unserer Sicht dürften die mangelnde Werbung für die Veranstaltung sowie das recht üppige Startgeld (50,-€) als Hauptgründe in Frage kommen.

Wir ließen uns davon jedenfalls die Freude auf den, für uns neuen Wettkampf nicht nehmen. In der Klasse Damen -57 kg, in der Jasmin an den Start ging, waren lediglich fünf Kämpferinnen erschienen. Liebäugelt man sonst üblicherweise mit einem Freilos, hofften wir diesmal auf möglichst viele Kämpfe. Und tatsächlich wurde so ausgelost, dass Jasmin die maximale Zahl von 3 Kämpfen zu bestreiten hatte.

Gekämpft wurde auf zwei Flächen mit dem Daedo-System (EBP & Headgear). Während die LK 1 auf Fläche 2 um die Hochschul-Meistertitel kämpfte, begann Fläche 1 zunächst mit den Poomsae Wettbewerben, die mittels Flaggen-Anzeige gewertet wurden, so wie wir das schon seit Jahren zu den Kreisjugendspielen machen. Im Anschluss wurden dann die Kämpfe der LK 2 auf dieser Fläche ausgetragen. Sebastian war als verantwortlicher Referee für diese Fläche zuständig, während Stev auf der anderen Matte zum Einsatz kam.

Doch nun zu Jasmin, sie war mit Kampf Nummer 202 relativ zeitig an der Reihe. Da bei dieser Meisterschaft nicht gesetzt wurde, durfte sie gleich gegen Carolin Jäschke antreten, die aus dem Pool wohl eher als stärkste Gegnerin anzusehen war. Da Jasmin gegen die Sportlerin bereits zur DEM gekämpft und gewonnen hatte, war die Taktik klar. In Runde 1 setzte Jasmin die Vorgaben gut um und ging mit 4:0 in Führung. In der Folgerunde ließ sie „die Zügel schleifen“ und brachte die Gegnerin unnötig wieder ins Spiel, da diese auf 3:4 herangekommen war. Die klaren Worte des Coaches in der Pause schienen zu wirken, denn kurz nacheinander erzielte Jasmin die Treffer zum 12:4 Endstand. Damit war das Halbfinale erreicht. Hier stand ihr im Kampf Nummer 215 mit Alicia Schott eine Kämpferin aus Hessen gegenüber. Schnell war klar, wer den Kampf dominieren würde. Mit schönen, schnellen Aktionen sammelte Jasmin die Punkte, ohne selbst getroffen zu werden. Folgerichtig war der Kampf dann beim Stand von 26:2 vorzeitig zu Ende. Wobei erwähnt werden muss, dass Jasmin in der letzten Aktion des Kampfes gleich 6 Punkte erzielte, da sie den Kopfschutz der Gegnerin gleich 2x kurz nacheinander traf.

Gegen Alina Przyoda aus Nordrhein-Westfalen ergab sich im Finale ein ähnliches Bild. Jasmin kontrollierte den Kampf jederzeit und setzte auf Anweisung ihres Coaches einige, neu ins Trainingsprogramm genommene Kombinationen um. So gelang es ihr auch endlich mit Fauststößen auf die Weste Punkte zu erzielen. Mit dem Endstand von 20:1 wurde Jasmin ungefährdet Deutsche Hochschulmeisterin 2017 und holte damit auch den ersten Titel im Taekwondo für die FSU Jena.

R. Richter