Dan-vorbereitungslehrgang, Prüfer- und Trainerweiterbildung

Aller guten Dinge sind drei

 

Allerhand! – Konnte man denken, wenn man die durchaus beachtliche Anzahl von fast zwanzig 1. Kup-, Poom- und Dan-Anwärtern in der Turnhalle in Gera sah. Sie waren gekommen, um sich zwei Monate vor der Landes-Dan- und Kup-Prüfung ein Feedback für die letzten Züge der Vorbereitung zu holen. Ebenso waren einige Heim-Trainer anwesend, um ihren „Schützlingen“ hierbei zur Seite zu stehen. Allerhand! – Konnte man auch denken, wenn man die stolze Anzahl der Referenten sah: live vor Ort waren Mathias Grün (7. Dan), René Richter (5. Dan) und Mirko Hartmann (4. Dan), um dem bekannten Ausspruch „Vier Augen sehen mehr als zwei“ noch einen draufzusetzen.
Und die Entscheidung für das Referenten-Team sollte sich für die Teilnehmer durchaus gelohnt haben, denn auf diese Weise gab es eine optimale Betreuung. Das Programm startete mit den schon zur Tradition gewordenen zehn Grundschultechniken. Auch die „alten Hasen“ (gemeint sind die oben genannten Heim-Trainer) versuchten ihr Glück und liefen die Bahnen mit…. Nach jedem Lauf und auch zwischendurch gab es Rückinformationen von den Referenten, wo sich die Bildung des Referenten-Teams zum ersten Mal auszahlte, da so aus verschiedenen Blickwinkeln Hinweise erfolgten.

Anschließend ging man zur Disziplin Ein-Schritt-Kampf über. Die Teilnehmer konnten paarweise ihre Technikabläufe üben; Mathias Grün und René Richter gingen herum und waren als kompetente Ansprechpartner präsent. Währenddessen wurden einzelne Prüflinge herausgenommen, um unter den „Argus-Augen“ von Mirko Hartmann ihre Prüfungsform zu präsentieren. Hierdurch konnte dem wichtigen Formenbereich ausführlich Aufmerksamkeit gewidmet werden – ein weiteres Mal, dass sich die Mischung der Referenten gelohnt hat.

Es folgte der Bereich Selbstverteidigung, wo nach dem gleichen Muster verfahren wurde. Angereichert wurde dies durch regelmäßige Tipps, besonders im wichtigen und schwierigen Feld der Waffenverteidigung. Danach wurde die Prüfungsdisziplin Freikampf besprochen und am Ende des Lehrgangs bekam jeder Teilnehmer nochmal die Gelegenheit, seinen geplanten Bruchtest vor den Augen der drei Referenten vorzuführen… und auch wenn es nicht bei jedem stets so funktioniert hat, wie vorgesehen – man kennt ja den Ausspruch: „Wenn’s bei der Generalprobe nicht klappt, gelingt die Premiere umso besser.“

Guten Eindruck hinterließ auch die Gruppe, welche sich im Anschluss zur gemeinsamen Prüfer- und Trainerweiterbildung zusammengefunden hatte: Insgesamt zwanzig Teilnehmer aus neun Vereinen waren gekommen. Im ersten Teil, der speziell als Prüferweiterbildung diente, aber auch als Trainerfortbildung genutzt werden konnte, referierte Mathias Grün über die Neuerungen der Prüfungsordnung 2013. Er legte den Gegenbeweis dafür vor, dass das Durchgehen von Regelwerken immer staubtrocken sein muss.

Dinge, die für Trainer wichtig sind, aber in Trainerausbildungen oftmals nur am Rande vorkommen, waren Gegenstand des zweiten Teils der Weiterbildung, der speziell als Trainerweiterbildung ausgerichtet war. Es ging um „Motivation“ und „Führung“ im Training – ein Thema, welches besonders auch für den Bereich der Leistungsförderung von hohem Interesse ist. Referent war wiederum Mathias Grün, dem es gelang, dieses weite und breit gefächerte Gebiet verständlich und ansprechend an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Belebt durch kleine Anekdoten und anschauliche Beispiele fand der gesamte Tag durch diesen gewinnbringenden Vortrag einen würdigen Abschluss.

Sind drei Lehrgänge an einem Tag nicht eine ordentliche Bilanz? Durchaus! Möglich war dies alles aber nur durch das Zusammenspiel verschiedener Akteure: Dem TSV 1880 Gera-Zwötzen als Ausrichter, welcher einen passenden Rahmen für die Veranstaltung schaffte;  den Referenten, die allesamt kurzfristig ihre Bereitschaft zur Beteiligung erklärt haben, sich mit viel Engagement ihrer „Sache“ widmeten und den geschaffenen Rahmen mit Leben gefüllt haben – und nicht zuletzt auch die zahlreichen Teilnehmer: Einerseits ist die durchaus hohe Zahl der Prüfungsanwärter ein Zeichen großen sportlichen Ehrgeizes; anderseits war ebenso erfreulich, dass zur Trainerweiterbildung Vertreter nahezu aller Vereine der TUT anwesend waren. Beides lässt hoffen…

 

Text: Andreas Herzog (USV-Jena)
Bilder: Andreas Herzog und Fred Pretzel

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