Croatia Open

Gerade einmal 2 Wochen war der „Ausflug“ nach Serbien her, da machten sich Jasmin und ihr Trainer schon wieder auf eine weite Reise. Ziel war diesmal Kroatien, denn am 09./10. November fand im dortigen Zagreb die 19. Croatia Open,ebenfalls ein A-Class Turnier der ETU statt. Die Fahrt dorthin war diesmal um einiges

halle zagreb

entspannter, da wir ab München mit dem Reisebus der BTU mitfahren konnten. Nach ca. 8 Stunden Fahrt kamen wir am Hotel Laguna in Zagreb an. Nach dem Einchecken mussten alle noch auf die Kampfrichter warten, die im Hotel die Registratur und Waage durchführen sollten. Nachdem dies dann endlich auch erledigt war, konnten wir gegen 21.00 Uhr zum Essen gehen. Vielmehr wurde dann auch nicht mehr, da die lange Anreise doch für Müdigkeit sorgte. Gegen 7.30 Uhr wurde in Ruhe gefrühstückt und 8.15 Uhr fuhren alle gemeinsam zur Halle. Eigentlich hätten wir auch laufen können, da die Entfernung nur ca. 800 m betrug. Nachdem wir uns einen guten Platz auf der Tribüne gesucht hatten, gingen wir zu den Poollisten. Es waren über 1300 Kämpfer zum Turnier angemeldet und entsprechend groß waren die jeweiligen Pools. Bei den Kadetten / weiblich – 47kg, Jasmins Startklasse, waren 33 Sportlerinnen gemeldet. Unter ihnen Europameisterin Bruna Vuletic (Kroatien) und die Euro- Teilnehmerin und mehrfache A-Class Gewinnerin Ivana Turnova (Bulgarien). Da die Kadetten erst am Sonntag kämpfen mussten, hatten wir den ganzen Sonnabend Zeit

uns viele spannende Kämpfe der Seniorenklassen anzuschauen. Selbstverständlich nutzten wir auch die Möglichkeit zu einem kleinen Stadtrundgang durch Zagreb, was bei einer Temperatur von ca. 20° auch recht angenehm war. Wie wir feststellen konnten, waren die Einkaufspassagen sehr gut „hergerichtet“, aber sobald man in eine Nebenstraße einbog, bot sich ein ähnlich tristes, graues Bild wie in Belgrad. Hier wurde uns wiederum klar, wie gut es uns doch eigentlich in Deutschland geht. Am Sonntag wurde es dann „ernst“. Mit der Kampfnummer 25 auf Fläche 9 (von 12) startete Jasmin in das Turnier gegen eine Kämpferin aus Dänemark. Zunächst dauerte es ein wenig, doch dann fand Jasmin gut in den Kampf. Einen Rückstand von 0:1 Punkten egalisierte sie durch einen Kopftreffer kurz vor der Pause zum 3:1. Nun führte sie ihren Kampf sehr überlegt und sicher und siegte verdient mit 7:1 Punkten. Auf den nächsten Kampf mussten wir einige Zeit warten, denn der hatte die Nummer 42. Hier stand ihr nun eine Kämpferin aus Kroatien gegenüber. Da wir am Vortag schon festgestellt hatten, dass Kroatische Sportler, sagen wir mal sehr wohlwollend behandelt wurden, waren wir sehr gespannt darauf, was nun auf uns zukommen würde. Jasmin ging sehr zielstrebig in die Begegnung und erzielte gleich einen Kopftreffer, aber keine Punkte kamen. Unmittelbar darauf nächster Treffer, der „Einschlag“ war nicht zu überhören, trotzdem wieder keine Treffer-Anzeige. Daraufhin wurde vom Coach die Video-Replay-Card gezogen und Jasmin bekam den Treffer zuerkannt. Von da an schienen die Drücker der Kampfrichter wieder zu „funktionieren“. Jasmin führte einen sehr

jasmin

druckvollen Kampf, was sich dann natürlich im Ergebnis niederschlug. Sie konnte diese Begegnung vorzeitig nach Runde 2 mit 18:2 Punkten beenden. Im Viertelfinale stand ihr dann die Eingangs erwähnte Ivana Turnova gegenüber. Natürlich hatten wir die Sportlerin in ihren Vorkämpfen, die sie sehr souverän gewann, schon eingehend beobachtet und wußten, was Jasmin da erwarten würde. Zwar mit Respekt, aber keinesfalls zurückhaltend ging Jasmin in den Kampf. Erstaunlicherweise kam sie mit der Bulgarin ganz gut zurecht und erzielte auch den ersten Treffer zum 1:0 Pausenstand. In Runde 2 waren Beide bestrebt, Treffer zu landen, scheiterten aber jeweils an der guten Deckung der Anderen. Zu Beginn der 3. Runde schaffte die Bulgarin dann den Ausgleich zum 1:1 und dabei blieb es auch. So musste wie schon vor 2 Wochen in Belgrad, der
„Sudden Death“ die Entscheidung bringen. Jasmin setzte natürlich alles daran, den entscheidenden Treffer zu platzieren. Im direkten Schlagabtausch traf die Bulgarin leider zuerst. Diese Niederlage muss aber nicht traurig stimmen, auch wenn die Medaille schon so greifbar nah war. Gegen eine solch international erfahrene Kämpferin so gut bestehen zu können, lässt für den weiteren Weg hoffen. Der Veranstalter hat im Nachgang des Turnieres eine interessante Statistik erstellt. So starteten bei den weiblichen Kadetten insgesamt 211 Sportler-innen. Mit 3 Kämpfen, davon 2 gewonnen und 26 erzielten Punkten schaffte es Jasmin immerhin auf Platz 35, auch das ist ein toller Erfolg. Gegen 21.30 Uhr begaben wir uns dann auf die Heimreise in Richtung Deutschland. Nun ist eine kurze Wettkampfpause angesagt, bevor es dann am 07./08.12 zum Park-Pokal nach Sindelfingen geht

Wer noch mehr lesen möchte hier geht es zum OTZ-Artikel über Jasmin Richter.

 

Bilder und Text: R. Richter