Aktivität wird belohnt – Passivität wird bestraft: Internationales Taekwondo Referee-Seminar 2017 in Schweden

… so in ungefähr kann die Grundidee beschrieben werden, auf denen die ab 2017 geltenden Regeländerungen in den neuen Taekwondo „Competition Rules“ der World Taekwondo Federation basieren. Der Fokus liegt klar auf einem schnellen und dynamischen Kampf – ganz ohne das ewige belauern, abtasten und taktieren. Vor allem aber mit künftig weniger der unschönen“Bein-Fechterei“. So ist in bestimmten Situationen nun auch durchaus „Pushing“ (schieben) erlaubt, um bspw. die häufigen „Infight-“ oder „Clinch-„Situationen zu vermeiden und gernerell den Kampfverlauf aktiver, flüssiger und schneller zu gestalten. Taekwondo ist vor allem eine dynamische, temporeiche Sportart mit komplexen Beinarbeit, Dreh- und Sprung-Kombinationen. Leider ist davon gerade zu großen Turnieren oft wenig zu sehen, Kämpfe sind oft taktisch zurückhaltend und mit möglichst minimalem Risiko.

 

Mit rund 250 Teilnehmern aus der ganzen Welt, war vor allem der „IR Refresher Course“ mehr als (über)voll – was Organisation und Zeitabläufe ab und an in Bedrängnis brachte. Dennoch war die Atmosphäre sehr gut, viele IR-Kollegen kannte man bereits – eben eine große Familie. Die Ausbildung selbst war wie immer sehr geradlinig, fordernd und insgesamt gut strukturiert.

 

Auch im Lager der deutschen „Internationals“ war die Stimmung gut. KR-Referent Abdullah Ünlübay holte alle einen Tisch und machte deutlich, dass man nur „gemeinsam als Team“ weiterkommen können und sich jeder seiner Verantwortung füreinander wie auch als „Aushängeschild für die DTU und Deutschland“ bewusst sein solle. Das fand breite Zustimmung, so wurde im gesamten Team, das neue Regelwerk intensiv durchgesprochen, kontrovers diskutiert und unterschiedliche Standpunkte in einer gemeinsamen Position vereinheitlicht.

 

Die gemeinsame Vorbereitung zahlte sich bereits bei der schriftlichen Prüfung aus. Es wurde streng kontrolliert, jedem ein Einzelplatz zugewiesen – abschreiben oder Gruppenarbeit Fehlanzeige! Die Leistungen konnten sich aufgrund der guten Vorarbeit im Team dennoch mehr als sehen lassen: Teilweise konnten 100% Werte in den Prüfungsleistungen erzielt werden, ob in der schriftlichen, praktischen oder mündlichen Prüfung, dem Scoring-/Reaktionstest bzw. dem Konditions-/Fitnesstest.


Stev Brauner
ASC Ronneburg e.V.