2 „B“ continued… oder 5 „C“ zusammen

An den Wochenenden vom 21. bis 22. Januar sowie vom 25. bis 26. Februar stand die Fortsetzung des Experiments der gemeinsamen Durchführung der Trainer-C- und -B-Ausbildung auf dem Plan.

1)
Getreu dem Konzept starteten alle Teilnehmer (ein weiterer Trainer-C-Anwärter war dazu gekommen) gemeinsam – nach einem kurzen Crash-Kurs unter der Überschrift „Was bisher geschah“ widmete man sich dem Thema „Motorische Ontogenese“… klingt schwierig, ist es aber nicht: Es ging um die geistige und körperliche Entwicklung des Menschen und deren Auswirkungen auf die didaktische Herangehensweise und motorische Ausbildung. Während sich anschließend die Trainer-C-Teilnehmer dann gleich an der Erstellung einer altersspezifischen Trainingseinheit ausprobierten, wurde mit den Trainer-B-Teilnehmern noch vertieft auf die Trainierbarkeit der einzelnen konditionellen Eigenschaften und deren praktische Umsetzung in den verschiedenen Altersstufen eingegangen. Schließlich landeten alle gemeinsam in der Sporthalle, um all das bisher Theoretische nunmehr in die Tat umzusetzen. Mit einem Ausflug in die Welt der „Sportmotorischen Tests“ endete der erste Lehrgangstag.

Der Folgetag stand schließlich ganz im Zeichen der taekwondo-spezifischen Bewegungs- und Techniklehre. Zunächst wieder gemeinsam wurde sich mit den Feinheiten der Vermittlung von Techniken, insbesondere der richtigen Fehlerkorrektur, auseinandergesetzt. Anschließend durften sich die Trainer-C-Teilnehmer zusammenhocken und anhand von konkreten Vorgaben die „Funktionalität von Taekwondo-Techniken“ erarbeiten… klingt schwierig, ist es diesmal auch ein wenig. Hierbei geht es einerseits um die anatomisch richtige Ausführung (was mit dem sportbiologischen Wissen vom ersten Lehrgangsabschnitt gut zu bewältigen war), andererseits aber um die ökonomisch effektive Durchführung (was naturgemäß zuweilen für heiße Diskussionen sorgte). Parallel hierzu wurden die Trainer-B-Aspiranten zunächst noch ein wenig mit biomechanischen Prinzipien im Sport versorgt, bevor auch sie sich unter der Überschrift „Funktionalität von Techniken“ mit praktischen Beispielen beschäftigen – im Vergleich zu den C-Leuten allerdings mit komplexeren Kombinationen und Formensequenzen. Seinen Abschluss fand auch dieser Tag wieder in der Sporthalle, wo die Diskussionen um die technische Funktionalität praktisch fortgesetzt wurden und zudem die Sensibilität für das Erkennen technischer Fehler geschult wurde.

2)
Nach nur etwa einem Monat ging es unmittelbar weiter. Der Startschuss erfolgte mit dem Thema „Taktik“ – zunächst mit einer theoretischen Annäherung an die Thematik und anschließend mit Überlegungen zur praktischen Herangehensweise. Die Brücke zu den spezifischen Taekwondo-Themen schlug ein kleiner kreativer Ausflug zur Sportgeschichte und Sportorganisation. Den Nachmittag zum Tagesordnungspunkt „Freikampf“ gestaltete René Richter als Gastreferent. Nach einer offenen Diskussion über die Grundlagen und den methodischen Aufbau begab sich die Gruppe schließlich in die Trainingshalle – nicht ohne dass die Trainer-C- und -B-Teilnehmer zuvor noch eine Aufgabe je mit unterschiedlichen Anforderungsgrad zur Bearbeitung übertragen bekommen hatten. Mit allerlei bunten Hilfsmitteln konnte sich anschließend auf dem Hallenboden ausgetobt werden, so dass auch dieser Nachmittag wie im Flug… nein, halt! …wie im Step verging.

Der letzte Lehrgangstag war zunächst erst einmal „Kopfsache“ – es ging um das weite Feld der Sportpsychologie. Referentin Heike Zorn startete zuerst mit allen Teilnehmern und klapperte die Themenbereiche Coaching, Kommunikation und Führung ab. Im Anschluss wurde vertiefend mit den Trainer-B-Teilnehmern noch in den Themenkomplexen Motivation (ja, auch die besten Kämpfer brauchen mitunter einen Tritt in den Hintern; entweder vom Trainer – extrinsisch – oder selbst verabreicht – intrinsisch) sowie Angst und Stress (soll ja auch bei Kampfsportlern zuweilen mal vorkommen) gearbeitet. Zur gleichen Zeit kämpften sich die Trainer-C-Anwärter rund um die Thematik „Selbstverteidigung“ ab. Nach einem kurzen Abstecher ins Notwehrrecht, stieg man gleich in die Grundprinzipien und den Bereich der konkreten Trainingsmethodik ein. Gemeinsam sammelte man anschließend noch einige Trainingsideen, wobei einiges – gerade auch an kreativen spielerischen Ansätzen – zusammenkam. Das Ende des Lehrgangs bestritt gewissermaßen ein Referententeam: Sebastian Winter und Stev Brauner sollten den Teilnehmern noch den Bereich „Technik und Formen“ näher bringen. Nach einer offenen Diskussionsrunde zu den Herangehensweisen und Konzepten der Vermittlung begab man sich zum Schluss nochmals in die Halle für ein paar praktische Übungen.

3)
Mit diesen beiden Lehrgangswochenenden endet die erstmals miteinander verbundene Trainer-C- und -B-Ausbildung – das Experiment scheint geglückt, alle „Versuchskaninchen“ haben überlebt. Nun gilt es nur „noch“ das Gelernte und Geübte in die Tat umzusetzen: Die künftigen Trainer-C-Inhaber (wie ich sie hier optimistisch schon einmal nennen will) bei der abschließenden Lehrprobe im April sowie die potentiellen Trainer-B-Lizenzträger bei ihrer bis dahin zu erstellenden Belegarbeit und ihrer mündlichen „Verteidigung“. Aber: Wenn wir eines können – dann uns verteidigen, oder?! Wenn bisher alles geklappt hat, wird auch der Abschluss funktionieren.

Apropos „Abschluss“: Abschließend möchte ich natürlich einen herzlichen Dank an alle genannten Referenten richten, ohne die die bunte Palette der vielfältigen Themen nicht unters Trainervolk hätte gebracht werden können. Gleichermaßen erfreulich war erneut, dass an beiden Wochenenden Trainer aus verschiedenen Ecken Thüringens den Weg ins entlegene Seelingstädt gefunden hatten, um den Lehrgang zur Weiterbildung zu nutzen – ein sportlicher Gruß daher an Wasungen, Sonneberg, Ronneburg und Weida.

 

Andreas Herzog

(Lehrreferent TUT)