14. Weidaer Budolehrgang

Wir mussten den ursprünglichen Termin unseres diesjährigen Budolehrganges um eine Woche verschieben, da Georg Streif, einer unserer Referenten, die Aufgabe des DTU Chef-Bundestrainers übernommen hatte und damit Termine neu zu koordinieren waren. Nun lag jedoch der 30.09. bereits in den Thüringer Herbstferien und wir hatten die Befürchtung, dass sich dies auf die Beteiligung niederschlagen würde. Zunächst gingen die Anmeldungen auch recht schleppend ein, doch letztendlich kamen wieder 65 Sportler nach Weida, um bei unserem bewährten Referenten-Team Georg Streif und Frank Zimmermann zu trainieren.

Neben den Sportlern unserer Abteilung kamen die Teilnehmer aus Erfurt, Jena, Meiningen, Ronneburg, Gera-Zwötzen, Sonneberg, Bernburg, Crimmitschau und Leipzig. Das Wetter meinte es diesmal gut mit uns, denn es sollte ein sonniger, schöner Herbsttag werden. Natürlich hofften die Sportler auch darauf, dass es wieder ein schöner und interessanter Lehrgang werden würde.

Nach der Begrüßung in Halle 1 und dem obligatorischen Gruppenfoto folgten die Interessierten der Selbstverteidigung dem Referenten Frank Zimmermann in Halle 2, während die Wettkampfinteressierten bei Georg blieben. Natürlich waren die Trainingseinheiten auch diesmal so geplant, dass nach jeder Einheit zwischen den Gruppen gewechselt werden konnte, ohne den „Anschluss“ zu verlieren.

Das Hauptaugenmerk für den Wettkampfbereich sollte auf der Umsetzung des neuen Regelwerkes liegen, während bei der Selbstverteidigung die Abwehr von Angriffen in Bodenlage ein wichtiges Thema war. Als in Halle 2 mit kleinen koordinativen Spielchen bereits das Aufwärmen begann, gab Georg den Wettkämpfern noch einen kleinen Überblick zu dem, was im Laufe des Tages folgen sollte. Danach ging es aber auch hier zur Sache. Nach dem spezifischen Aufwärmen wurde bei den Pratzen-übungen hauptsächlich an der Deckungs-arbeit und am Pushing, dem aktiven Schieben des Gegners „gefeilt“. Selbstverständlich kamen in der ersten Trainingseinheit auch noch die Kampfwesten zum Einsatz.  Bei Frank ging es nicht minder anstrengend zu, trotzdem hatten die Sportler ihren Spaß beim Ausführen der Techniken, was nicht zuletzt auch an seiner gewohnt lockeren Art des Referierens lag.

Nach anstrengenden 2 Stunden hatten sich die Sportler ihre Mittagspause redlich verdient. Wie immer war für die Versorgung bestens gesorgt. Neben Wienern und belegten Brötchen gab es auch reichlich leckeren Kuchen, den unsere Mitglieder bzw. deren Eltern extra gebacken hatten. Zusammen mit dem Kaffee ließen es sich die Teilnehmer bei angenehmen Temperaturen in Freien schmecken und nutzen Pause zu angeregten Gesprächen mit Gleichgesinnten.

Nach den etwa 40 Minuten Erholung wurde neu gemischt, und zwar die Gruppen in Halle 1 und 2. Bei Frank ging es aktiv mit der „Bodenarbeit“ weiter. Selbstverständlich ließ er hierbei seinen „ProActivCombat“ Stil einfließen. Das bedeutete für die Verteidiger am Boden volle Konzentration und schnelles Handeln, um die Verteidigung möglichst noch vor den eigentlichen Angriff auszuführen.

Bei Georg sollte es nun so richtig anstrengend werden. Ausgestattet mit der kompletten Schutzausrüstung, allerdings ohne die Kampfweste ging es beim sogenannten Spielsparring zur Sache. Wobei das Wort „Spiel“ hier wohl eher nur dafür stand, dass die Kicks zum Körper nur mit halber Kraft ausgeführt wurden. Im ständigen Wechsel der Partner wurde versucht, die Anweisungen und Hinweise von Georg umzusetzen. Nach knapp 1 Stunde waren die Kämpfer schon relativ ausgepowert und froh über die 15-minütige Pause.

Einigermaßen erholt starteten die Sportler in die dritte Trainings-einheit des Tages. Bei Frank ging es in Halle 2 nun darum, sich gegen Angriffe mit dem Stock zu wehren. Auch hier wurde darauf geachtet, dass die Verteidigung effektiv, mit nur wenigen Techniken ausgeführt wird. Unterdessen ging es bei Georg nun mit vollständiger Ausrüstung weiter. Wieder mussten Aufgabenstellungen bzw. taktische Vorgaben im freien Sparring umgesetzt werden. Alledings war die Wettkampf-Gruppe ziemlich geschrumpft. Scheinbar war das 2. Training für einige doch zu anstrengend. Was die verbliebenen Sportler nicht davon abhielt, so gut wie möglich die Vorgaben des Bundestrainers umzusetzen. Georg merkte der Truppe natürlich die zunehmende Erschöpfung an und nahm ein wenig das Tempo heraus. Gut das es vor der letzten Einheit noch einmal eine „Kaffeepause“ gab.

Es war nun die letzte Möglichkeit, noch einmal die Hallen und damit die Referenten zu wechseln. Bei Frank trainierten die Fortgeschrittenen ab Blaugurt bzw. die „Großen“ die Abwehr von Messerangriffen. Auch hier wurde sich auf wenige „Handgriffe“ beschränkt, um eine Abwehr einigermaßen sicher auszuführen. Frank konnte einmal mehr mit seinem Wissen und der Technikvermittlung begeistern.

Die Gruppe um Georg war nun wieder zahlreicher und gab sich beim abschließenden Athletiktraining alle Mühe. Wie immer durfte das VO2max Training nicht fehlen. Jedoch baute der Bundestrainer diesmal viele Kraft- und Stabi-Übungen mit ein, die den Sportlern für die kommenden Tage sicher einen ordentlichen Muskelkater einbringen werden.

Nahezu pünktlich 17.00 Uhr hatten sich alle Sportler, die diesen langen Lehrgangstag „überstanden“ hatten, in Halle 1 versammelt, um gemeinsam den Lehrgang zu beschließen. Die Referenten und der Ausrichter fanden anerkennende Worte für die Leistung und das Durchhaltevermögen der Teilnehmer sowie für die jederzeit angenehme Lehrgangsatmosphäre. Dem Beifall und dem Feedback der Vereine war zu entnehmen, dass beide Referenten auch zur 15. Auflage des Weidaer Budolehrgangs eingeladen werden sollen.

R. Richter