13. Weidaer Budolehrgang

Als Organisator von Sportveranstaltungen weiß man im Vorfeld nie so genau, wie diese angenommen werden.  Gerade bei Lehrgängen stellt sich mitunter die Frage, belässt man es beim Bewährten oder soll es etwas Neues sein. Für unseren mittlerweile 13. Weidaer Budolehrgang vertrauten wir einmal mehr auf das „altbewährte“ Referententeam Georg Streif und Frank Zimmermann.

Trotzdem oder vielleicht 13ter_weidaerbudolehrgang_20160917-010auch gerade deswegen kamen knapp 70 Sportler nach Weida und wurden nicht enttäuscht. Für die Kampfsport-Begeisterten hatten beide Referenten einiges an Neuem im Gepäck. Die Zahl der Teilnehmer stellte indes eine erfreuliche Steigerung zum letzten Jahr dar. Neben unseren Sportlern waren auch die Vereine aus Gera-Zwötzen, Erfurt, Ronneburg, Jena, Sonneberg, Bernburg und Crimmitschau am Start.

Das regnerische Wetter tat der guten Stimmung keinen Abbruch, vielmehr warteten alle gespannt und hochmotiviert auf das, was sie nun erwarten würde. Doch bevor es zur Sache ging, wurde der Lehrgang in Halle 1 eröffnet. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto teilten sich die Sportler in 2 Gruppen, um endlich loszulegen.

Die Wettkampfinteressierten blieben gleich in der Halle bei Georg, während sich die Freunde der Selbstverteidigung (SV) durch den leichten Regen in Halle 2 begaben. Wie immer waren die Trainingseinheiten so geplant, dass nach jeder Einheit problemlos gewechselt werden konnte, wovon auch fast alle Sportler Gebrauch machten.

Während es bei der SV bereits mit dem Aufwärmen zur Sache ging, besprach Georg mit den Teilnehmern noch kurz den geplanten Ablauf der Einheiten. Doch dann war auch hier „Schluss mit lustig“. Bereits das Aufwärmen war wettkampfspezifisch und hieß, Stepping mit Partner und Technikansatz. Als auch bei jedem Sportler der Gruppe der Kreislauf in Fahrt gebracht war, ging es mit Pratzenkicken, technischen Aufgaben und aktiver Blockarbeit weiter. Gegen Ende der Einheit wurden die Kampfwesten angelegt, um die Wirksamkeit des geübten am Mann bzw. der Frau zu testen.

In Halle 2 ging es nicht weniger anstrengend zu. In seiner gewohnt lockeren Art, aber mit klarer Struktur, sorgte Frank dafür, dass die Sportler ihren Spass bei den Übungen und Techniken hatten, auch wenn die Koordination manchmal „einen Strich durch die Rechnung“ 13ter_weidaerbudolehrgang_20160917-031machte. Dabei bemerkte kaum einer, wie schnell die Zeit vergangen war und die Mittagspause eigentlich schon auf dem Plan stand. Die Pause war dann mehr als verdient, da die erste Einheit mit 2 Stunden die längste des Lehrganges war.

Sonnenschein, wie im letzten Jahr gab es leider nicht, dennoch ließ man sich den leckeren Kuchen, Wiener oder belegte Brötchen zusammen mit dem Kaffee schmecken, nur eben diesmal in der Halle. Der guten Stimmung tat dies natürlich keinen Abbruch und es wurden viele interessante Gespräche unter Gleichgesinnten geführt.

Nach der Pause gab es eine neue Mischung, nämlich die der Gruppen, da doch einige Teilnehmer von der Möglichkeit des Wechselns Gebrauch machten. Bei Georg standen nun technisch-taktische Aufgaben im Sparring auf dem Programm. Hier ließ der Bundestrainer die Erfahrungen und Erkenntnisse der olympischen Spiele von Rio einfließen. Besonderes Augenmerk wurde dabei weiterhin dem sicheren Blocken gewidmet.

Ebenfalls etwas Neues wurde von Frank vermittelt und hat auch einen Namen: „ProActivCombat“! Die Bezeichnung verrät ein stückweit, worum es dabei geht, nämlich bei der Verteidigung von Angriffen aktiv zu sein. Klingt komisch, ist aber einfach erklärt. Bei den meisten Selbstverteidigungs-formen basiert die Abwehr darauf, dass der Angriff nahezu vollendet ist. Bei ProActivCombat besteht das Ziel darin, den Angriff zeitig zu erkennen und schon im Ansatz zu unterbinden. Ausgestattet mit Handpratzen versuchten die Sportler nun dieses Verteidigungsschema umzusetzen.

Nach einer 15minütigen Erholungs13ter_weidaerbudolehrgang_20160917-105pause ging es bei Georg mit dem Sparring weiter. Es waren vorrangig taktische Aufgaben im freien Kampf umzusetzen. Doch das sollte noch nicht alles gewesen sein, denn für die letzte Einheit nach der „Kaffeepause“ hatte sich der Bundestrainer das VO2max  Pratzentraining im Stationsbetrieb aufgehoben. Hier kam der ein oder andere an seine Grenze. Das abschließende 12 Minuten Bahnen-Pratzenkicken hinterließ bei einigen wahrscheinlich das Gefühl, diese dann doch überschrit13ter_weidaerbudolehrgang_20160917-114ten zu haben.

Die letzten 2 Einheiten in der „Selbstverteidigungshalle“ waren der Abwehr von Stock und Messer gewidmet, natürlich im Sinne von ProActivCombat. Wobei das letzte Training ausschließlich den Fortgeschrittenen bzw. den „Großen“ vorbehalten war. Frank konnte die Teilnehmer mit seinem Wissen und der Technikvermittlung einmal mehr begeistern.

Nahezu pünktlich 17.00 Uhr hatten sich alle „übriggebliebenen“ Sportler in Halle 1 versammelt, um erschöpft und zufrieden gemeinsam den Lehrgang zu beschließen. Die Referenten fanden anerkennende Worte für die Leistung und das Durchhaltevermögen der Teilnehmer sowie für die jederzeit angenehme Lehrgangsatmosphäre. Dem Beifall und dem Feedback der Vereine war zu entnehmen, dass eine 14. Auflage des Weidaer Budolehrgangs gewünscht wird. Dem wollen wir natürlich gern Folge leisten.

Abschließend noch ein herzliches Dankeschön an Nadine Trampel, die uns vor Ort den ganzen Tag bei der Durchführung unterstützt hat, an alle fleißigen Helfer unseres Vereines und natürlich an die Muttis, die für den leckeren Kuchen gesorgt haben! Ein Dank geht auch an die Comenius- und die Greil-Schule für die Bereitstellung der Hallen.

R. Richter

 

Hier noch das Feedback der Referenten:

Frank Zimmermann

 „ … ich möchte mich noch einmal für die super Organisation und Ausrichtung des Lehrganges bei René und seinem Team bedanken. Ist immer eine tolle Atmosphäre und Stimmung unter den Leuten. Besonders freue ich mich natürlich, dass unser neues SV-Konzept so gut bei den Aktiven ankam und sie die Sachen echt beeindruckend gut umgesetzt haben …“

Georg Streif

„ … ihr habt, wie immer, für Top Bedingungen gesorgt und eure besondere Note eingebracht. Die Kids waren diesmal besonders aufmerksam. …“

 

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