13. Geraer Neujahrslehrgang – TUT Landesbreitensportlehrgang

Ob das große Interesse nun an den guten (sportlichen) Vorsätzen für das neue Jahr oder doch eher an den eingeladenen Referenten lag, spielte letztendlich für das Gelingen des Geraer Neujahrslehrganges, welcher am 14. Januar in seiner 13. Auflage ging, keine Rolle. Es ist zu einer guten Tradition geworden, das Jahr mit gemeinsamer sportlicher Aktivität zu beginnen. Selbst die, durch die winterlichen Bedingungen erschwerte Anfahrt hielt die Vereine aus Naumburg, Bernburg, Sonneberg, Erfurt, Jena, Ronneburg, Weida sowie vom ZfK Gera und dem Gastgeber nicht von ihrem Kommen ab. So verwunderte es dann auch nicht, dass trotz einiger krankheitsbedingter Ausfälle immer noch 67 hochmotivierte Sportler in der Halle standen. Unsere Abteilung konnte die nicht unerhebliche Zahl von 14 Teilnehmern beitragen.

Etwas war dennoch anders in diesem Jahr. Der ausrichtende Verein und Namensgeber, der TSV 1880 Gera-Zwötzen sowie der Landesverband, die TUT, teilten sich die Aufgaben. Während der Verband die Organisation der Referenten und des Ablaufes übernahm, kümmerten sich die Geraer Sportfreunde neben der Bereitstellung der Hallen, um sämtliche Abläufe vor Ort. Wie sich im Verlaufe des Tages zeigte, funktionierte dies sehr gut.

Mit der Begrüßung durch Birgit Pretzel, vom ausrichtenden Verein, fiel sozusagen der Startschuss für den Lehrgang. Danach stellte René Richter (TUT – Präsident) kurz die Referenten vor. So war es gelungen, mit Hilko Paschke den amtierenden Int. Deutschen Meister im Teamlauf für den Technikbereich zu gewinnen. Der Referent für das Thema Selbstverteidigung musste nicht weiter vorgestellt werden, denn mit Frank Zimmermann stand uns ein „guter Bekannter“ zur Verfügung. Für den Part des Athletik- und Faszientrainings zeichnete Fred Pretzel, vom gastgebenden Verein Gera-Zwötzen, der nicht nur Taekwondo- sondern auch professioneller Fitnesstrainer ist, verantwortlich.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto konnte es dann losgehen. Die Gruppen waren zunächst so aufgeteilt, dass alle Teilnehmer ab dem 1. Dan zusammen mit Hilko in die etwas kleinere Halle 2 wechselten. Dort ging es dann ausschließlich um die Poomsae Sipjin und Jitae. Hilko ging auf nahezu jedes Detail der Formen ein und die Sportler wiederholten die Sequenzen immer wieder, damit sich die gegebenen Hinweise auch gut einprägten. Trotz der absichtlich so gewählten, überschaubaren Gruppengröße reichte die Zeit leider nicht, um beide Poomsae komplett durchzugehen, dennoch haben die Schwarzgurte einiges aus dieser Einheit mitnehmen können.

Unterdessen durften sich alle Farbgurte bei Frank Zimmermann austoben. Er vermittelte die Prinzipien des ProActive Systems, welches den Teilnehmern des Weidaer Budolehrganges 2016 noch ein wenig in Erinnerung gewesen sein dürfte. „Bewaffnet“ mit kleinen Schlagpolstern ging es gut zur Sache, denn mit dem Polster trauten sich einige, auch mal richtig „hinzulangen“ bzw. sich zu verteidigen. Da sich das ProActiv Konzept nur auf wenige, aber effektive Techniken konzentriert, wurden diese nach einiger Übung recht gut ausgeführt.

Für die 2. Einheit des Tages wechselten die Referenten die Halle bzw. die Gruppe. Hilko vermittelte sein fundiertes Wissen nun an die Farbgurte und legte dabei viel Wert auf die Basics. Daher war nicht das Laufen der Formen hauptsächliches Thema, sondern die einzelnen Techniken in ihrer richtigen Ausführung. In der kleinen Halle freute sich Frank, dass er einmal ausschließlich die Danträger trainieren konnte. Die folgten auch sehr aufmerksam seinen Ausführungen, um bei der anschließenden Umsetzung der gezeigten Techniken 100% zu geben. So lag es nicht unbedingt nur an der Hallentemperatur, dass die Sportler „leicht“ ins Schwitzen gerieten. Jeder war bemüht, den Partner so realistisch und druckvoll wie möglich anzugreifen und somit in eine Stresssituation zu versetzen. Das Angreifen funktionierte sehr gut, die Verteidigung hingegen erst nach längerem Üben. Es war jedenfalls mal eine sehr gute Erfahrung.

Die Mittagspause hatten sich alle Teilnehmer mehr als verdient. Für eine ausreichende Verpflegung war bestens gesorgt. Natürlich wurde währenddessen „gefachsimpelt“ über das, was man zuvor gelernt hat. Überall waren angeregte Gespräche zu hören. Die Referenten äußerten sich derweil schon einmal lobend über das Engagement der Sportler und die tolle Stimmung in den Hallen.

Nach der Pause wurden die Gruppen neu gemischt. Alles ab dem Blaugurt durfte in der großen Halle bei Frank versuchen, sich der Waffenangriffe zu erwehren. Auch hier wurde schnell klar, dass eine realistische Chance zur Abwehr eines geübten Angreifers, nur mit ständiger Übung im Bereich des Möglichen liegt. Unterdessen wurden die Sportler  bis zum 5. Kup in der kleineren Halle von Hilko in die Geheimnisse der Freestyle Poomsae eingeweiht. Schwerpunkt waren einmal mehr die Grundlagen der Sprungtechniken. Hier hatte Hilko schöne didaktische Übungsfolgen parat, die darin mündeten, dass selbst die Gelbgurte schon recht passable Sprungkicks ausführen konnten.

Nach der 3. Einheit wechselten wieder die Referenten, wobei in Halle 2 nun René Richter zur Selbstverteidigung referierte. Thema waren die Angriffe und eine möglichst praktikable Abwehr der fassenden Angriffe laut der DTU-Prüfungsordnung. Es zeigte sich in diesem Graduierungsbereich, dass schon das „richtige“ Angreifen immer noch Probleme bereitet. In Halle 1 war nun für die andere Gruppe die Freestyle Poomsae das Thema. Selbstverständlich musste bzw. vielmehr durfte auch hier gesprungen werden. Mit einiger Übung verwandelte sich so Mancher in einen „Flying Taekwondoka“.

Nach so viel Anstrengung wurde es in der letzten Trainingseinheit zunächst etwas ruhiger. Alle Teilnehmer versammelten sich in der großen Halle, um Fred bei seinen Erläuterungen zum Faszientraining zuzuhören. Nach dem durchaus notwenigen Theorieteil wurden die „Schlingentrainer“ und „Black-Roll´s“ einem praktischen Test unterzogen. Es ist erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln ein gezieltes Krafttraining, aber auch eine Muskelentspannung möglich ist.

Es war ein interessanter Lehrgang, bei dem wieder viel an die Sportler vermittelt wurde. Selbst wenn man davon nur einen Bruchteil mit in das heimische Training nimmt, hat sich die Teilnahme gelohnt. Ein guter sportlicher Auftakt in das neue Jahr war es allemal.

Taekwondo Team Weida